Berlin - Ein einziger Moment reichte aus, um das Leben von Brian Pethke (24) komplett auf den Kopf zu stellen. Nach einem Tauchgang geriet ein Boot außer Kontrolle. Wenig später musste dem Berliner das Bein amputiert werden.
Das Unglück nahm bereits vor drei Monaten vor der Küste von Französisch-Polynesien seinen Lauf, wie "RTL" berichtet.
Am 5. April genossen Brian und sein bester Freund Mika einen geführten Tauchgang. Als die Gruppe auftauchte und zurück an Bord wollte, geschah das Unfassbare. "Durch den hohen Wellengang wurde der Bootsführer vom Boot runtergedrückt beziehungsweise ist runtergefallen und hat dabei Vollgas gegeben", schilderte Brian. Das Boot fuhr führerlos weiter und drehte plötzlich Kreise.
Brian versuchte noch auszuweichen, doch vergeblich. "Als mich die Schiffsschraube erwischt hatte, war im ersten Moment sehr schmerzhaft. Es war ein Brennen durch das Meerwasser. Ein Abreißen der Gliedmaßen. Das Wasser färbt sich rot. Ich hatte Todesangst. Ich wusste nicht, ob ich überleben werde", erinnerte sich der Berliner an den Horror-Moment.
Der 24-Jährige glaubte, im Meer sterben zu müssen. Er verabschiedete sich innerlich von seiner Familie und sagte seinem Freund noch, wem er etwas ausrichten soll.
Sein Leben rettete ausgerechnet ein glücklicher Zufall: Ein weiteres Boot der Tauchschule erreichte die Unglücksstelle. An Bord waren drei Ärzte - Touristen, deren Rückflug ausgefallen war.
Mit einem Ambulanzflugzeug wurde er nach Tahiti gebracht. Rund zehn Stunden nach dem Unfall fiel im Krankenhaus die bittere Entscheidung: Das Bein war nicht mehr zu retten. "Im Aufwachraum habe ich einen Blick nach unten geschmissen und gesehen: Auf der rechten Seite ist die Bettdecke einfach nur glatt", berichtete Brian.
Brians Schwester sammelt Spenden für ihn
Nach zwei Operationen wurde er nach Deutschland ins Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn geflogen. Dort folgten weitere Eingriffe und das emotionale Wiedersehen mit seiner Familie.
Aufgeben kommt für Brian trotzdem nicht infrage: "Du hast jetzt die zwei Möglichkeiten, dass du entweder in ein Loch fällst und trauerst um dein Bein. Oder dass du nach vorne siehst, kämpfst, weitermachst und mit der Prothese irgendwann wieder ganz normal durchs Leben läufst. Ich habe mich für diesen Weg entschieden."
Trotz eines weiteren Krankenhausaufenthalts hält Brian an seinem großen Ziel fest: Er möchte eines Tages wieder tauchen. Außerdem will er an den Ort des Unglücks zurückkehren, um mit dem Erlebten endgültig Frieden zu schließen.
Seine Schwester Lea richtete für Brian zudem auf GoFundMe eine Spendenseite ein. Dort will sie 40.000 Euro sammeln damit Brian zurück ins Leben geholfen.
Um den Alltag zu bewältigen, braucht er eine Intensive Rehabilitation und Physiotherapie. Er soll auch eine hochwertige Prothese bekommen. Auch soll sein Auto umgebaut werden. Ein ebenfalls barrrierefreier Umbau seiner Wohnung ist ebenfalls angedacht. Bislang kamen etwas mehr als 35.000 Euro zusammen.
Die Ursache des Unfalls wird derzeit von den zuständigen Behörden untersucht.