Sturz in 30-Meter-Schacht: "Meine Schädeldecke musste mit Zement geschlossen werden!"

Mendig - Es ist ein Horror-Szenario, das in Deutschland einmalig war: Im rheinland-pfälzischen Mendig stürzten drei junge Männer auf der Flucht vor die Polizei in einen fast 30 Meter tiefen Schacht. Teils lebensgefährlich verletzt wurden sie gerettet. Jetzt haben sie über ihre Geschichte gesprochen.

Ein Foto der einzigartigen Rettungsaktion im November 2024.
Ein Foto der einzigartigen Rettungsaktion im November 2024.  © Instagram/feuerwehr_mendig

"Als ich oben stand und in den Schacht hineingerufen habe, habe ich nicht mit einer Antwort gerechnet", blickt Einsatzleiter Tim Skubch in der SAT.1-Sendung "Notruf Spezial" zurück.

Und das ist passiert: Am 17. November 2024 fahren die Kumpels Justin, Lucian (19) und Fabrice (20) auf zwei Rollern von Koblenz zu einem Kumpel nach Mendig. Plötzlich wird das Trio von der Polizei verfolgt und flüchtet.

Denn: Einer der Roller ist geklaut, ein zweiter illegal getunt, beide Fahrer haben keinen Führerschein. Sie können den Streifenwagen abhängen, werfen ihre Roller ins Gebüsch, rennen durch den dunklen Wald, um sich zu verstecken.

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"Dass das gefährlich wird, hätte ich nicht gedacht", sagt Lucian in der SAT.1-Sendung "Notruf Spezial". Was die Jungs nicht einkalkulieren: Unter der Stadt wurde früher Basalt abgebaut, es existieren noch immer Abbauschächte aus dem 19. Jahrhundert.

Irgendwann verlieren die Flüchtenden den Boden unter den Füßen, stürzen gemeinsam einen 28 Meter tiefen Schacht hinunter. "Als springt man von einem Sprungturm und kommt nicht im Wasser, sondern auf dem Boden auf", beschreibt Lucian die Situation.

Weil Kumpel Fabrice als Einziger keinen Helm mehr trägt, wird er am schwersten verletzt, liegt bewusstlos auf dem acht Grad kalten Boden. Durch den Sturz habe er ein offenes Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen und -schwellungen sowie einen Genickbruch erlitten. "Meine Schädeldecke musste mit Zement geschlossen werden."

Fotos der Rettungsaktion von der Feuerwehr Mendig

Notruf Spezial: Freunde bereuen ihre Tat

Die Rettungsaktion war einmalig in Deutschland.
Die Rettungsaktion war einmalig in Deutschland.  © Freiwillige Feuerwehr Mendig/dpa

Während die Polizisten oben in der Dunkelheit suchen, setzen die Verunglückten einen Notruf ab. Die Bergwacht wird hinzugerufen, befreien zuerst Fabrice, dessen schlimme Verletzungen nun klar werden.

Und auch Lucian, dessen Bein "komplett blau", mit Hämatomen übersät, "der Fuß komplett schief am Hängen" ist, wird nach oben gebracht.

Obwohl vor allem Fabrice' Genesung wochenlang auf der Kippe steht, überleben die drei Freunde, denen nun dennoch ein Gerichtstermin bevorsteht.

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Sie bereuen ihre Tat und hätten im Nachhinein einfach anhalten sollen. Denn die Konsequenzen müssen sie trotzdem tragen.

Die ganze Geschichte seht Ihr in "NOTRUF SPEZIAL: Sturz in die Tiefe - Das Wunder von Mendig" auf Abruf bei Joyn.

Titelfoto: Instagram/feuerwehr_mendig

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