TV-Comeback nach Rauswurf: Julia Ruhs moderiert "Klar" – und behandelt heikles Thema

Von Stella Venohr und Benedikt Zinsmeister

München - Nach heftiger öffentlicher Kritik am Reportage-Magazin "Klar" moderiert Julia Ruhs (32) erstmals wieder eine Folge des Formats für den Bayerischen Rundfunk (BR).

Julia Ruhs (32) sorgte mit ihrer Sendung für Wirbel.  © Thomas Eisenkrätzer/dpa

Das Thema der Sendung von diesem Mittwoch (29. April) sei "Wo Islamisten Deutschland unterwandern", teilte der Sender mit. Man wolle der Frage nachgehen, ob der Staat den Einfluss von religiösem Fundamentalismus ausreichend im Blick habe.

"Da ging es darum, dass Essen auf dem Schulhof verboten wurde von einigen Kindern, weil sie selbst gefastet haben", berichtet ein Lehrer darin.

Auch der Terror-Anschlag vor gut einem Jahr in München wird in der Sendung behandelt. Ein 24-jähriger Asylbewerber raste damals in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft ver.di. Farhad N. erfasste mit seinem Mini die erst zwei Jahre alte Hafsa im Kinderwagen und ihre Mutter Amel. Beide starben. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt.

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Der mutmaßliche Attentäter soll sich in Deutschland islamistisch radikalisiert haben und steht derzeit vor Gericht.

Ausgestrahlt wird die Sendung den Angaben zufolge um 22 Uhr im BR- und NDR-Fernsehen. Am Dienstag (28. April) werde die Sendung bereits in der ARD Mediathek und auf den YouTube-Kanälen von NDR Doku und BR24 veröffentlicht. "Klar" wird abwechselnd von BR und NDR produziert.

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Der BR hielt an Julia Ruhs trotz der Kritik fest.  © Vera Hutchison-Bird/BR Bayerischer Rundfunk/obs

Julias Ruhs steht nach der Diskussion um die Auftaktsendung im April 2025 damit das erste Mal für das Format vor der Kamera. In der Sendung zum Thema Migration hatte Ruhs unter anderem über Gewalt im Zusammenhang mit Einwanderung berichtet.

Dies stieß auf heftige Kritik. Die drei Pilotfolgen von "Klar" liefen im April, Juni und Juli in Kooperation von NDR und BR.

So äußerten rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NDR in einem internen Schreiben, dass journalistische Standards verletzt worden seien. Der NDR entschied, Ruhs nach den Pilotfolgen nicht weiter als Moderatorin einzusetzen, während der Bayerische Rundfunk (BR) an ihr festhielt.

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