Weißenfels - Nach "Exatlon" folgt "Survivor Germany": SPORT1 sendet ab Ende März den neuen Überlebenskampf unter 20 (hoffentlich) furchtlosen Kandidaten. Eine der spannendsten und für die "schwierigste TV-Show der Welt" zugleich passendsten Vorgeschichten bringt ein Mann aus Sachsen-Anhalt mit. TAG24 hat mit ihm gesprochen.
"Hütte bauen, draußen schlafen, frieren, kein Essen haben, Feuer selber machen kenne ich alles", erzählt Matti Wicke (51), für den die Überlebenskünste keine Herausforderung darstellten. "Wer noch nie auf dem Boden mit einem Palmenblatt drüber bei Regen geschlafen hat, für den war das furchtbar."
Gleich zu Beginn der zehnwöchigen Dreharbeiten Ende 2025 auf einer zum Naturschutzgebiet zählenden Insel der Dominikanischen Republik habe der Wirtschaftsjurist aus dem Weißenfelser Ortsteil Obschütz seine Skills einbringen wollen, denn am Strand hatten Haie patrouilliert. "Ich habe gefragt, ob ich ein, zwei Haie harpunieren darf zum Essen, das wurde aber abgelehnt."
Abseits der Heimat habe er sich besonders mit Christin Okpara (30) gut verstanden, die aus früheren Shows als sehr direkt und streitbar bekannt ist. "Zwischen uns gab es ein klärendes, sehr respektvolles Gespräch – fast wie zwischen Vater und Tochter. Sie erinnert mich mit ihrer Art ein wenig an meine eigene Tochter: offen, impulsiv und sehr ehrlich. Mir ging es nicht darum, sie zu verändern, sondern ihr zu spiegeln, wie sie wirken kann – und ihr einen väterlichen Rat mitzugeben."
Er habe auf sie eingeredet, ob sie diese streitsüchtige Person wirklich weiterhin darstellen oder mal eine andere Seite zeigen möchte. "Ich glaube, das hat ihr zu denken gegeben."
Neben Okpara sind unter anderem auch die früheren "Bachelor"-Gewinnerinnen Lisa Mieschke (35) und Kristina Yantsen (32), "Love Island"-Kandidat Marcellino Kremers (32) und Lisa Postel (34, Ex von "Make Love, Fake Love"-Sieger Xander Stephinger) dabei.
Teaser zur neuen "Survivor"-Staffel mit Matti Wicke
Matti Wicke über Kindheit: "Wir konnten die Wände mit Medaillen und Urkunden pflastern"
Matti Wicke erlebte eine "total isolierte Kindheit" an der Elbe-Saale-Mündung im Salzlandkreis. Durch einen seiner Brüder kam er schon früh zum Sport, nahm an Turnieren teil. "Da waren wir Kreis- und Bezirksmeister und konnten die Wände mit Medaillen und Urkunden pflastern. Wir haben eigentlich alles gewonnen, was es gab."
Unweigerlich habe sein Weg dann aufs Sportgymnasium geführt. Im Gegensatz zur heutigen Zeit gab es in der DDR aber eine Kadersichtung. "Man wurde also einberufen und es war eine Ehre, aufs Sportgymnasium zu gehen."
Später war er im Kanu-Rennsport aktiv, wurde 1989 einer der letzten DDR-Meister sowie Spartakiade-Sieger. Er finishte mehrmals den harten Ironman und probierte sich aus. Von solchen Ultra-Läufen hat sich der heute 51-Jährige aber verabschiedet: "Gelenke, Sehnen, Bänder - es reicht!" Heute steht der 2017 gegründete Trend-Wettbewerb "Hyrox" im Fokus.
Aktuell bereitet sich der Wirtschaftsjurist auf seinen elften Hyrox im März in London vor. "Geplant ist auch, so mit 60 den Weltmeistertitel in Angriff zu nehmen."
"Survivor"-Kandidat verabschiedet sich vor gefährlichen Klettertouren bei seiner Frau
Zudem arbeitet Matti Wicke als Bergführer in den Alpen, macht Überlebenstraining im Wald ("Bushcrafting") und trainiert natürlich fleißig im Home-Gym auf dem Dachboden. "Das war der einzige Platz, der nicht für die Tiere benötigt wird." Und davon haben Matti und seine Frau einige: Schafe, Hunde, Katzen, Kaninchen, Hühner und Wachteln. Das Paar denkt zudem über die Haltung von Nandus nach.
Sechsmal die Woche trainiert er insgesamt 12 bis 15 Stunden. "Nur der Sonntag gehört meiner Frau!" Und die muss einiges mitmachen.
Denn auf seinen Bergtouren geht es nicht immer sicher zu, Matti klettert teilweise ungesichert Felswände empor. "Wenn ich aufbreche, verabschiede ich mich, weil nicht klar ist, dass ich zurückkomme." Das mag für den Großteil lebensmüde klingen, für den 51-Jährigen ist es Nervenkitzel: "Wenn du am Berg hängst, den nächsten Griff suchst - und wenn du ihn nicht findest, war's das."
TV-Tipp: 35 Folgen "Survivor" laufen ab 23. März montags bis freitags ab 20.15 Uhr bei SPORT1.