ZDF-Fernsehgarten: Penetration, Pipi in der Telefonzelle und Sätze aus Kiwis Schlafzimmer

Erfurt/Mainz - Von lauten Hurra-Rufen bis hin zu verzweifelt über dem Kopf zusammengeschlagenen Händen dürfte wohl alles dabei gewesen sein. Denn trotz des eigentlichen Saisonendes des ZDF-Fernsehgarten ging das gleichermaßen beliebte wie auch umstrittene Kult-TV-Format mit den sogenannten "On Tour"-Folgen in die Verlängerung. Was sich außer dem Standortwechsel von Mainz nach Erfurt geändert hat? Lest am besten selbst!

Am Sonntag moderierte Andrea "Kiwi" Kiewel (57) die erste der drei "On Tour"-Folgen des ZDF-Fernsehgartens aus Erfurt.
Am Sonntag moderierte Andrea "Kiwi" Kiewel (57) die erste der drei "On Tour"-Folgen des ZDF-Fernsehgartens aus Erfurt.  © Hannes P. Albert/dpa

Diese Frage wäre wohl mit dem kurzen Halbsatz "nicht wirklich viel" wahrscheinlich zu Ende erzählt gewesen. Das wäre aber zum einen langweilig und in fairerweise dann doch nicht ganz korrekt.

Denn wie so oft lieferten die Geschehnisse im Verlauf der Sendung und vor allem die Kommentare aus dem Netz genügend Stoff zum Ablachen und Fremdschämen.

Das lag allem voran ein Mal mehr an Fernsehgarten-Dauermoderatorin Andrea "Kiwi" Kiewel (57), die anlässlich des bevorstehenden Tags der Deutschen Einheit im Verlauf der Sendung auch immer wieder kleine Geschichtsexkurse einfügte.

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Doch nicht nur mit diesen brachte sie die Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen, von denen sich die meisten parallel auf Twitter abreagierten, auf die Palme. Bereits im Vorfeld war man im Netz nicht gerade begeistert von der Tatsache, die "On Tour"-Episoden an einen anderen Standort zu verlegen.

So hieß es beispielsweise in einem Kommentar: "Was soll der Scheiß in Erfurt? Kostet wieder Sinnlos GEZ-Gebühren. Die Playbackshow hättet ihr auch noch in Mainz machen können." Um den Besuch der Fernsehgarten-Crew, inklusive Stadtreporter Oliver Petszokat (44), kam Erfurt trotzdem nicht herum.

Apropos Geld verschleudern: Schon beim Auftritt von Sterneköchin Maria Groß (43), die zum Verwundern der Betrachter jedoch derzeit gar nicht über einen Michelin-Stern verfügt, fiel auf, dass das ZDF wohl nichts von der aktuellen Energiekrise mitbekommen hat.

Denn während "Kiwi" und Groß angeregt über das fleischfreie Dreigang-Menü sinnierten, schien der im Hintergrund befindliche Ofen schon auf Hochtouren zu laufen - und das ohne etwas in ihm.

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Entführung und schlechte Schauspieler beim ZDF-Fernsehgarten?

Aber auch die musikalischen Gäste der Show sorgten für allerlei Mutmaßungen von amüsanter Natur. Die Alternative-Rock-Band "The Rasmus" ("In the Shadows", 2003) kam im Netz nicht zwingend gut weg. Da die Finnen-Rocker bereits beim eigentlichen Saisonabschluss auf dem Mainzer Lerchenberg zugegen waren, konnte ein Kommentator nicht an sich halten.

So schrieb er: "Wurden die im ZDF-Keller am Lerchenberg festgehalten, und müssen jetzt nochmal auftreten?" Erlebten wir etwa alle ein Entführungsdrama vor laufender Kamera?

Und auch der Doppel-ESC-Gewinner Jonny Logan (68) bekam sein digitales Fett weg: Ihm wurde nicht nur akute Geldnot ob seiner zahlreichen Fernsehgarten-Teilnahmen unterstellt. Zudem wurde sein ziemlich auffälliger Jeans-Reißverschluss glatt zum Keuschheitsgürtel erklärt.

Wo wir gerade beim Thema sind: Der zum Stadtreporter umfunktionierte Sänger Oli P. sprach in einer seiner Takes vom "Penetrieren" - ob "das noch Fernsehgarten oder schon Pornhub" gewesen sei, war eine Frage, die letztlich wohl jeder für sich selbst beantworten musste.

ZDF-Fernsehgarten mit zwei weiteren "On Tour"-Folgen in den kommenden beiden Wochen

Was die Episoden aus Erfurt mit dem Mainzer Fernsehgarten gemein haben? Kiewel sorgt auch an neuer Wirkungsstätte für den gewohnten Fremdscham-Effekt.
Was die Episoden aus Erfurt mit dem Mainzer Fernsehgarten gemein haben? Kiewel sorgt auch an neuer Wirkungsstätte für den gewohnten Fremdscham-Effekt.  © dpa/Boris Rössler

Eine Frage, die man nicht für sich selbst, sondern von "Kiwi" höchstpersönlich beantwortet bekam - die aber andererseits auch niemand offen gestellt hatte - war die Beschaffenheit von Telefonzellen, als diese noch gang und gäbe waren.

"Es roch immer ein bisschen nach Pipi und man brauchte 20 Pfennig", so die extrem philosophisch anmutende Anekdote der 57-Jährigen. Dass Oli P. von dieser verbalen Zeitreise nur wenig angetan war, ließ sich deutlich von seinem Gesicht ablesen.

Was IHM wohl deutlich besser gefiel: Eine junge Frau, die in einer Telefonzellendisko zu einem seiner Songs abtanzte. Was DEN ZUSCHAUERN dabei nicht gefiel: Weitaus gestellter hätte ein Szenario nicht aussehen können.

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Einige mehr schlecht als recht choreografierte Playback-Auftritte, Seilspring-Einlagen des "Unique Show Team" und einen heftigen Regenguss später, war Teil eins der "On Tour"-Trilogie dann auch schon wieder Geschichte.

Wer noch nicht genug von der ZDF-Fernsehgarten-Verlängerung hat, dem seien auch die beiden weiteren "On Tour"-Episoden an den beiden kommenden Sonntagen (9. und 16. Oktober, jeweils 12 Uhr) ans Herz gelegt - für alle anderen gilt weiterhin: Durchhalten, es ist bald geschafft - diesmal wirklich.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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