Gefährliches Pflaster? Prostituierte und Junkies treffen auf Hipster, Banker und Studenten

Frankfurt am Main - Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist wohl bundesweit als eine der zwielichtigsten und mitunter gefährlichsten Gegenden der Republik bekannt. Doch neben Rotlicht, Rauschgift und regelmäßigen Reibereien hat der rund einen halben Quadratkilometer große Abschnitt der Mainmetropole noch viel mehr zu bieten.

Das Rotlicht-Milieu ist fester Bestandteil des Frankfurter Bahnhofsviertels.
Das Rotlicht-Milieu ist fester Bestandteil des Frankfurter Bahnhofsviertels.  © ZDF/Svenja Sauer

Diese und noch viele weitere Aspekte, die dem Viertel auch ihren speziellen Charme verleihen, beleuchtet die ZDF-Reportage "Bahnhofsviertel Frankfurt: Rotlicht, Drogen und Prosecco". Hier zeigt man nicht nur das Negative, das pure Böse, das diesen Stadtteil so in Verruf gebracht hat.

Entgegen dem "Hartes Deutschland"-Prinzip bekommt der Zuschauer eben nicht nur von Drogen zerfressene Schatten von in früheren Zeiten mitunter sozial angesehenen Individuen, Prostituierte im Laufhaus und sogenannte "Problemfälle" vor Augen geführt. 

Denn auch wenn derartige soziale Abstürze zum Bild des Frankfurter Bahnhofsviertels dazugehören - und es wohl auch immer tun werden - kann der vermeintliche Drogen- und Rotlicht-Hotspot auch ganz anders.

Unter anderem begleiten die Initiatoren der Doku die beiden Brüder, James und David Ardinast, die sich in den letzten 15 Jahren zu wahren Gastronomie-Größen im Viertel entwickelt haben. In ihren Restaurants und Bars speist die Frankfurter "Schickeria" - nobel, edel und vor allem teuer.

Doch wer denkt, dass das Frankfurter Bahnhofsviertel durch derartige gastronomische Konzepte in eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft, die nebeneinanderher lebt, der hat sich gewaltig geschnitten. Denn Kult-Treffpunkte, wie der Yok-Yok-City-Kiosk bringen Arm und Reich, sozial Angesehene genauso wie Gemiedene zusammen. Nach rund 15 Jahren Betrieb ist der bei Tag und Nacht geöffnete Shop mittlerweile eine wahre Institution.

Das Frankfurter Bahnhofsviertel: Nicht nur Drogen-Hotspot, sondern auch Fine-Dining-Meile

Die Brüder James (l.) und David Ardinast sind zu bedeutenden Gastronomen des Frankfurter Bahnhofsviertels aufgestiegen.
Die Brüder James (l.) und David Ardinast sind zu bedeutenden Gastronomen des Frankfurter Bahnhofsviertels aufgestiegen.  © ZDF/Lottermann und Fuentes

Rund 3900 Menschen leben im Bahnhofsviertel, was über 50 Prozent mehr entspricht als noch im Jahr 2007. Und viele davon wollen dem schlechten Ruf des Viertels etwas entgegensetzen. 

Auch, um Schicksale wie das der heute 49-jährigen Ehrenamtlerin Marita B. zu verhindern. Mit 15 nahm sie das erste Mal Heroin im Bahnhofsviertel, verfiel dem der stetigen Jagd nach dem nächsten Rausch. Seit sieben Jahren ist sie nach einem Leben zwischen Knast und Straße mittlerweile clean, hilft nun bei den "StreetAngels".

Diese engagieren sich für die Schwachen im Bahnhofsviertel, verteilen Essen, Trost und auch einfach Mal ein lauschendes Ohr. Kaum ein anderer Ort bringt Prostituierte, Junkies, Studenten und die "oberen Zehntausend" wohl besser zusammen, als das Frankfurter Bahnhofsviertel.  

Wer sich einen genauen Einblick in diesen schillernden Fleck inmitten der Wolkenkratzer-Hochburg machen möchte: "Bahnhofsviertel Frankfurt - Rotlicht, Drogen und Prosecco" ist ab Freitag (16. Oktober/9 Uhr) in der ZDF-Mediathek abrufbar. 

TIPP: Im TV gibt es die Reportage dann am Sonntag (18. Oktober) um 17.55 Uhr.

Titelfoto: Montage: ZDF/Svenja Sauer, Lottermann und Fuentes

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