Zwangsadoption in DDR? Was Mutter über Sohn erzählt wurde, sorgt für Entsetzen

Bad Doberan/Görlitz - Mit 19 Jahren erfuhr Rocco, dass er adoptiert wurde. Um seine leibliche Mutter zu finden, hat der heute 44-Jährige Julia Leischik (55) um Hilfe gebeten. Bei "Bitte melde dich" macht sich Teamkollege Marco Buch auf die Suche nach Ramona Neugebauer. Bei seiner Recherche reist der Reporter gedanklich zurück in eine düstere Zeit der DDR – und deckt am Ende eine große Lüge auf.

Rocco (44) wurde im Kindesalter zu DDR-Zeiten adoptiert, obwohl seine leibliche Mutter das nicht wollte.  © Sat.1

Über Roccos Mutter existieren nur wenig Informationen: Sie ist 1962 geboren und war zum Zeitpunkt der Geburt ihres Erstgeborenen zarte 19 Jahre jung. Zuletzt gemeldet war Ramona im ostsächsischen Görlitz, wo Marcos Reise startet.

Eine alte Adresse entpuppt sich aber gleich zu Beginn als Sackgasse. Weder die Bewohner noch sämtliche Ladenbesitzer an der Salomonstraße wollen die heute 63-Jährige kennen. Falls doch wer Hinweise hat, lässt der Reporter zur Sicherheit seine Kontaktdaten da.

Und tatsächlich: Tage später meldet sich eine ehemalige Mitschülerin, die mit der Gesuchten in eine Klasse gegangen sein will. Sie erzählt, dass Ramona in den 80ern in einen Jugendwerkhof nach Gotha geschickt worden sein soll. "Da klingeln bei mir alle Alarmglocken, denn dort ist man wirklich nicht freiwillig hingegangen", weiß Julia Leischik.

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In dieser ehemaligen Umerziehungseinrichtung für Jugendliche in der DDR, die sich damals im heute leer stehenden Barockschloss von Friedrichswerth (bei Gotha) befand, ist Marco mit Bürgermeisterin Eva-Marie Schuchhardt und einem Mann, der in der Einrichtung als Hausmeister gearbeitet hatte, verabredet.

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Jugendamt habe Ramona erzählt, ihr Sohn sei tot

Julia Leischik (55) hat es mal wieder geschafft, Familienmitglieder wieder zusammenzuführen.  © Sat.1

Nachdem auch das Landratsamt Gotha keine neuen Informationen liefern konnte, führt eine heiße Spur wieder zurück nach Görlitz. Ramona soll laut eines anonymen Hinweises, der per Mail einging, auf einem Campingplatz arbeiten.

Und genau dort trifft Marco auf Roccos vermisste Mama. Als er sie auf ihren Sohn anspricht, bricht diese plötzlich zusammen und muss das Gespräch unterbrechen: "Ich kann nicht mehr!"

Wenig später offenbart die Sächsin, dass sie wirklich zu DDR-Zeiten in den Jugendwerkhof nach Friedrichswerth geschickt wurde: "Ich war nicht immer ganz lieb und habe nicht auf meine Mama gehört." Zudem habe ihr das Jugendamt vermittelt, dass ihr kleiner Sohn in der Krippe erstickt wäre.

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"Mein Gefühl war immer, dass es falsch war", erzählt Ramona und freut sich umso mehr, dass Rocco am Leben und vor Kurzem Vater geworden ist.

In Köln dürfen sich Mutter und Sohn in die Arme schließen. Auch seine jüngere Schwester Nadine (33) darf der Bad Doberaner kennenlernen.

Roccos Geschichte könnt Ihr ab sofort bei Joyn sehen. Am Sonntag um 18.55 Uhr läuft die Folge darüber hinaus bei SAT.1.

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