Berlin - Hunderttausende haben am Samstagabend friedlich den Christopher Street Day (CSD) in Berlin gefeiert. Dann raste ein Transporter in die Menschenmenge. Wer ist der Mann, der das Fest für Toleranz in einen Albtraum verwandelt hat?
Bei der Amokfahrt wurde eine junge Frau getötet - zu ihrem genauen Alter lagen zunächst keine näheren Informationen vor. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zudem drei Menschen lebensgefährlich, acht schwer und fünf leicht verletzt.
Polizei und Staatsanwaltschaft fahnden seit Sonntagmorgen öffentlich nach dem 21-jährigen Abdul B. Der junge Mann soll erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen worden sein.
Der mutmaßliche Täter wird bei einer Größe von etwa 1,90 Meter als schlank beschrieben. Er hat schwarze Haare und soll mit einem schwarzen Hoodie und einer weißen Hose bekleidet gewesen sein.
"Es handelt sich um einen Mann, der in Berlin bereits polizeibekannt ist und dem islamistischen Milieu zugerechnet wird", erklärte Polizeisprecher Florian Nath. Ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Einstufung und der Tat gibt, sei jedoch noch nicht geklärt.
Wie Bild aus Sicherheitskreisen erfuhr, soll es sich bei dem 21-Jährigen um einen deutschen Staatsbürger libanesischer Herkunft handeln. Er wurde 2005 in Berlin geboren und soll ein IS-Anhänger sein. Einsatzkräfte haben in der Nacht gegen 1.10 Uhr seine Wohnung in Schöneberg ergebnislos durchsucht.
Täter nach Amokfahrt zu Fuß geflüchtet - Polizei warnt vor Annäherung
Bislang ist jedoch unklar, ob der Tatverdächtige den Transporter selbst gefahren und ob er allein gehandelt hat. Laut Polizei habe es zur Anzahl der Täter abweichende Zeugenaussagen gegeben.
Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein weißer Van im Tiergarten über den Ahornsteig parallel zur Lennéstraße in die Menschenmenge, bis er in einen Baum krachte und dadurch gestoppt wurde.
Bei dem Citroën handle es sich nach Polizeiangaben um ein Privatfahrzeug und nicht um einen Mietwagen. Wem der Kastenwagen gehört, war zunächst nicht bekannt. Das Fahrzeug wurde am Tatort sichergestellt.
Der Täter verließ den Transporter nach der Tat und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Dabei soll er weitere Menschen mit einer Stichwaffe verletzt haben. Augenzeugen hätten von einem schwarz gekleideten Mann berichtet, der mit einer Machete bewaffnet gewesen sei. Diese Aussagen sind jedoch noch nicht bestätigt.
Die Polizei erhofft sich Hinweise aus der Bevölkerung, warnt jedoch eindrücklich davor, sich dem Gesuchten zu nähern, weil er bewaffnet und gefährlich sein könnte!
Angaben können über das Hinweisportal der Polizei Berlin gemacht werden. Hier ist es auch möglich, Fotos und Videos hochzuladen. Hinweise können zudem über das Hinweistelefon 030/54024111 oder bei jeder Polizeidienststelle gegeben werden.