Mann in Transporter erschossen: Musste er deswegen sterben?
Berlin - Es sind Szenen wie aus einem Film! Ein dunkles Auto hält am Samstagmorgen in Berlin-Weißensee direkt neben einem geparkten Transporter - dann fallen Schüsse. Der 44-Jährige hat keine Chance. Trotz Rettungsmaßnahmen stirbt er vor Ort.
Schnell wird klar: Es handelt sich um Mord. "Das war keine schiefgegangene Warnung, sondern eine gezielte Tötung", erklärte Stephan Weh, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP).
Doch warum musste der Mann sterben? Der Polizei zufolge handelt sich es bei den Toten um einen türkischen Staatsbürger. Die Hintergründe sind weiter unklar, einen Bezug zur Organisierten Kriminalität schließen die Ermittler jedoch nicht aus.
War es ein Racheakt? Wie die B.Z. berichtet, soll es sich bei dem getöteten Mann um den Onkel eines Messerstechers handeln. Damals gerieten etwa 40 bis 60 Personen derart aneinander, dass ein 30-Jähriger erhebliche Stichverletzung erlitt. Er starb später an den Folgen im Krankenhaus.
Der mutmaßliche Täter, ein 25-Jähriger, wurde ebenfalls verletzt und in eine Klinik gebracht. Dessen Onkel soll nun in dem Transporter gesessen haben und durch die Schüsse getötet worden sein.
Polizei sucht nach Zeugen
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft kommentierte dies nicht. Eine Mordkommission ermittele in alle Richtungen, hieß es gegenüber der dpa.
Der 44-Jährige saß am Samstag gegen 6 Uhr morgens auf der Fahrerseite, als in der Gustav-Adolf-Straße mehrere Schüsse fielen. Die Fahrertür wurde regelrecht durchsiebt, wie Fotos, auf denen mehrere Einschusslöcher zu sehen sind, zeigen.
Rettungskräfte kämpften noch vergeblich um das Leben des Mannes, doch nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen starb er noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen.
Auf den Transporter geschossen worden soll von einem dunklen Fahrzeug aus, das direkt neben dem geparkten Transporter gehalten hatte. Nach dem oder den Schützen wird weiter gefahndet. Zudem bittet die Polizei weiterhin mögliche Zeugen um Mithilfe.
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa, Thomas Peise

