Mehr als 600 Brände: Berliner Feuerwehr zieht Silvester-Bilanz

Berlin - An Silvester hat die Feuerwehr in Berlin wieder einmal eine äußerst stressige Nacht erlebt. Zwar ist die Zahl der Brände vergleichsweise deutlich zurückgegangen, allerdings haben die Rettungseinsätze einen neuen Höchststand erreicht.

Im Ortsteil Britz haben rund 100 Einsatzkräfte für mehrere Stunden einen Kellerbrand bekämpft.
Im Ortsteil Britz haben rund 100 Einsatzkräfte für mehrere Stunden einen Kellerbrand bekämpft.  © Thomas Peise

Die Brandbekämpfer mussten diesmal insgesamt "nur" 643 Mal ausrücken - das waren knapp 200 Brände weniger als im Vorjahr.

Ein Brand in Neukölln hat die Einsatzkräfte am meisten gefordert - es war der einzige echte Großbrand in der Silvesternacht. Am Britzer Damm kämpften rund 100 Feuerwehrleute mit einem Kellerbrand in einem fünfgeschossigen Wohnhaus.

Eine Person musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Löscharbeiten konnten aufgrund der hohen Temperaturen in den Kellerräumen zunächst nur von außen durchgeführt werden. Das Feuer war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle.

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Weitere größere Brände gab es in Mitte und Wedding. In der Leipziger Straße brannte gegen 0.31 Uhr ein Balkon in der 13. Etage. Die Flammen konnten durch einen Innenangriff rasch gelöscht werden.

Am S-Bahnhof Wedding brach um kurz nach Mitternacht ein Feuer in einem Dienstraum raus, das aufs Dach übergriff. Auch hier war die Feuerwehr rasch zur Stelle und konnte eine weitere Ausbreitung verhindern. An beiden Einsatzorten gab es keine Verletzten.

In der Leipziger Straße brannte ein Balkon im 13. Stockwerk.
In der Leipziger Straße brannte ein Balkon im 13. Stockwerk.  © Berliner Feuerwehr
Am S-Bahnhof Wedding ist ein Dienstgebäude in Flammen aufgegangen.
Am S-Bahnhof Wedding ist ein Dienstgebäude in Flammen aufgegangen.  © Berliner Feuerwehr

Fast 1000 Rettungsfahrten: Feuerwehr verzeichnet traurigen Silvester-Rekord

Der Rettungsdienst hat in der vergangenen Silvesternacht einen neuen Höchststand bei den Einsätzen verzeichnet.
Der Rettungsdienst hat in der vergangenen Silvesternacht einen neuen Höchststand bei den Einsätzen verzeichnet.  © Britta Pedersen/dpa

Einen traurigen Rekord verzeichnete die Behörde jedoch bei der Anzahl der Rettungsfahrten. Hier stieg die Zahl auf 971 Einsätze - im Jahr zuvor waren es 847.

Um die Personalstärke zu erhöhen, rief die Feuerwehr am Abend planmäßig den "Ausnahmezustand Silvester" aus. Alles in allem wurden zwischen 19 und 6 Uhr 1830 Einsätze verzeichnet.

Im Unfallkrankenhaus Marzahn mussten viele Handverletzungen behandelt werden, die durch unsachgemäße Nutzung von Böllern verursacht wurden. Zum Teil mussten auch Finger und Hände amputiert werden.

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Der traurige Trend, dass Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern attackiert wurden, setzte sich fort. Insgesamt wurden nach Angaben der Behörde elf Angriffe und Störungen über das interne System gemeldet. Verletzte soll es aber nicht gegeben haben und auch alle Einsatzfahrzeuge haben die Silvesternacht unbeschadet überstanden.

"Der Jahreswechsel ist [...] im Vergleich zum Vorjahr etwas ruhiger abgelaufen. [...] Die Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte ist erfreulicherweise im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen", resümierte Landesbranddirektor Homrighausen und bedankte sich bei allen Einsatzkräften.

Titelfoto: Thomas Peise

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