Mühlenfließ (Potsdam-Mittelmark) - Wildwest in Südost: Nach mehreren Rinderdiebstählen im Süden Brandenburgs macht die Polizei jetzt gezielt Jagd auf die Viehdiebe.
Im Kampf gegen die offenbar gut organisierte(n) Bande(n) hat die Behörde jüngst die Soko "Weide" ins Leben gerufen, die in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Schwerpunktkontrollen durchführen soll.
Dabei kontrollieren die Beamten verstärkt Tiertransporte. Unterstützung erhalten sie von ihren Amtskollegen aus Polen. Da die Vermutung nahe liegt, dass die Rindviecher nach Osteuropa geschafft wurden, sollen vermehrt Grenzkontrollen durchgeführt werden.
Am Donnerstag haben sich die Einsatzkräfte für eine dieser Schwerpunktkontrollen auf dem Rastplatz Fläming West an der A9 nahe Mühlenfließ postiert und wurden dabei von 7aktuell begleitet.
"Jedes Fahrzeug, das mit der Kennzeichnung 'lebende Tiere' unterwegs ist, kann kontrolliert werden", erklärt Polizeisprecher Mario Thierbach. Dies umfasse alle Schlachttiere wie Rinder oder Schweine, aber auch Turnierpferde und Kleintiere.
Um mögliches Diebesgut zu identifizieren, gleichen die Polizeikräfte "in enger Zusammenarbeit mit den Tierärzten die Frachtpapiere mit den tatsächlich geladenen Tieren ab", schildert Thierbach die Vorgehensweise.
Mehr als 230 Rinder in Brandenburgs verschwunden
Dadurch könnten gleichzeitig auch illegale Transporte aufgedeckt werden. "Die heutige Kontrolle findet hier planmäßig statt, und diese Art Kontrollen findet regelmäßig statt", betont der Polizeisprecher in diesem Zusammenhang.
Dennoch werde, neben den gängigen Überprüfungen, die auch dem Tierwohl dienen, aufgrund der jüngsten Rinderdiebstähle ein verstärktes Augenmerk auf die Herkunft der Tiere gelegt.
In den vergangenen Wochen sind inzwischen mehr als 230 Rinder von Weiden in Südbrandenburg verschwunden - und dabei hatte sich ein Muster abgezeichnet.
Die Täter sind stets gut informiert und methodisch vorgegangen, denn in der Regel wurden nur wertvolle Zuchtrinder gestohlen.
Zudem waren sie auch gut organisiert und haben schnell und gezielt zugeschlagen. An den Tatorten wurden Reifenspuren sichergestellt, die darauf hindeuten, dass das Vieh stets mit einem Laster abtransportiert wurde.