Chemnitz - Seit 1993 ist das Weingut Bernhard-Räder aus Rheinhessen beim Chemnitzer Weinfest dabei. Zum 33. Jubiläum haben die Winzer einen besonderen Wein aus ebendiesem Jahrgang mitgebracht - und eine Geschichte über eine langjährige Freundschaft.
Am Stand des Bio-Weinguts aus Flomborn hilft die Chemnitzerin Nele Mühlpfurdt (22) beim Ausschenken. Für sie ist der Einsatz längst mehr als nur ein Ferienjob.
"Nele war schon bei uns auf dem Weingut, da konnte sie gerade erst laufen - vor 19 Jahren muss das gewesen sein", erzählt Winzerin Ulla Bernhard-Räder (65).
Die Verbindung begann vor vielen Jahren mit einer zufälligen Begegnung: Neles Vater war damals mit seiner Studiengruppe auf dem Weg nach Norwegen.
Bevor es losging, hatten sie noch zwei Stunden Zeit und besuchten das Weinfest in Chemnitz. Dort kamen sie mit der Winzerfamilie ins Gespräch.
Besonders edler Tropfen: eine Beerenauslese aus dem Jahr 1993
Aus diesem ersten Treffen entwickelte sich eine Freundschaft. Bernhard-Räder: "Der Kontakt ist nie abgerissen." Später besuchte die Freundesgruppe rund um die Familie Mühlpfurdt das Weingut in Flomborn. "Wir durften dort helfen, Traubensaft zu machen", erinnert sich Nele.
Seit sie 18 Jahre alt ist, unterstützt sie die Familie Bernhard-Räder beim Chemnitzer Weinfest. Eigentlich studiert die junge Frau in Magdeburg, die Semesterferien verbringt sie aber in ihrer Heimatstadt - und am Stand der Winzer aus Rheinhessen.
Dort schenkt sie in diesem Jahr auch einen besonders edlen Tropfen aus: eine Beerenauslese aus dem Jahr 1993 - genau dem Jahr, in dem das Weingut erstmals beim Chemnitzer Weinfest vertreten war. Der Wein überzeugt mit würzigen Aromen, Noten von Honig und reifen Früchten sowie einer beeindruckend kräftigen Farbe.
Der Rebensaft fließt in Strömen
Nach zwei von drei Wochen fällt die Zwischenbilanz des Weinfestes in der Chemnitzer Innenstadt positiv aus. Das längste Weinfest Mitteldeutschlands ist bislang sehr gut besucht.
Nach Einschätzung der Projektleitung deutet derzeit alles darauf hin, dass sich die Besucherzahlen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Kulturhauptstadtjahr bewegen werden.
"Bisher ist es sehr gut gelaufen. Wir hatten top Wetter, das hat viele Menschen in die Innenstadt gelockt", sagt Projektleiterin Katrin Reichelt (43). Von Woche zu Woche steige die Zahl der Besucher. Auch einzelne heiße Tage hätten dem Andrang keinen Abbruch getan.
"Im Großen und Ganzen war es gut besucht", so Reichelt. Besonders ab 18 Uhr füllen sich die Plätze. Bis in die Abendstunden herrscht dann reger Betrieb auf dem Weinfest.