Nach monatelanger Flucht: Neonazi Liebich in Tschechien gefasst!

Halle/Chemnitz - Jetzt klickten die Handschellen! Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich wurde nach monatelanger Flucht in Tschechien festgenommen.

Marla Svenja Liebich wurde in Tschechien festgenommen.  © Sebastian Willnow/dpa

Damit hat das Katz-und-Maus-Spiel mit der Justiz ein Ende. Liebich wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht und konnte nun in Tschechien gefasst werden. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle der dpa.

Der Fall der Rechtsextremistin erregte deutschlandweit großes Aufsehen. 2023 war Liebich - damals noch als Sven - wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden - ohne Bewährung.

2024 beschloss die Ampel-Regierung das Selbstbestimmungsgesetz. Seitdem konnte jeder einmal im Jahr, ohne großen Aufwand, das Geschlecht wechseln. Auch Neonazi Liebich machte davon Gebrauch, hieß seitdem Marla Svenja Liebich und trat regelmäßig im Frauen-Look auf.

Dann folgte die Ladung zum Haftantritt: Die verurteilte Rechtsextremistin sollte Ende August 2025 im Chemnitzer Frauen-Knast ihre Freiheitsstrafe antreten - doch daraus wurde nichts. Stattdessen verkündete Liebich, dass sie ins Ausland geflüchtet sei.

Im Netz stichelte die Rechtsextremistin gegen die deutsche Justiz. Provokant schreibt sie unter ein KI-Video, das sie vor einem Knast zeigt: "So hätte es ja echt kommen können, wären bei der Staatsanwaltschaft Halle nicht die größten Trottel des Universums."

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Die Frauen-JVA in Chemnitz: Hier sollte Marla Svenja Liebich ihre Haft antreten.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Männerkleidung und Glatze: So soll Liebich bei der Festnahme ausgesehen haben

Nach mehr als einem halben Jahr wurde Liebich in Tschechien festgenommen. (Symbolbild)  © 123RF/liudmilachernetska

Dass Liebich in einen Frauen-Knast kommen soll, löste Empörung aus. Der Vorwurf: Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes.

Auch SPD-Politiker Detlef Müller (61), der damals für das Gesetz stimmte, gestand sich einen Fehler ein. Regelungen für sensible Einrichtungen (auch Frauengefängnisse) hätten ins Gesetz aufgenommen werden müssen, sagte der SPD-Politiker.

Aktuell will das Amtsgericht Halle darüber entscheiden, ob der Geschlechtseintrag von Liebich wieder zurückgenommen wird - er also wieder männlich wird.

Brisant: Während seiner Festnahme soll die Rechtsextremistin Männerkleidung getragen haben. Zudem soll sein Kopf kahlrasiert gewesen sein. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung".

In welches Gefängnis Liebich nun kommt, ist allerdings noch unklar.

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Erstmeldung: 9. April, 16.49 Uhr, zuletzt aktualisiert: 17.17 Uhr

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