Was ist denn da am Chemnitzer Nischel los?
Chemnitz - Heikler Eingriff am Karl-Marx-Monument in Chemnitz! Am Mittwochmorgen wurde am Nischel in der Innenstadt der Bohrer angesetzt.
Eine Operation am offenen Schädel - das sind die Vorbereitungen für eine umfassende Restaurierung des wohl berühmtesten Wahrzeichens von Chemnitz. Denn nach über 50 Jahren Standzeit sickert aus dem Monument Feuchtigkeit.
Am Morgen wurde im strömenden Regen aus dem Denkmal an der Brückenstraße eine Materialprobe entnommen.
"Aktuell ist unklar, in welchem Zustand sich der Innenraum der Bronzeplastik befindet. Obwohl Pläne vorliegen, kann nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden, ob ein Stahlgerüst die Konstruktion trägt oder allein eine Schraubenkonstruktion, wie beim Denkmal 'Revolutionäre Matrosen' in Rostock. Beide Denkmale stammen aus derselben Werkstatt in der damaligen Sowjetunion", teilte die Stadt mit.
Die heutige Probeentnahme ist nötig, damit später beim Öffnen durch Schweißarbeiten das Material der Bronzeplatten nicht beschädigt wird.
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Öffnung des Monuments kann über eine Leinwand verfolgt werden
Um den Innenraum genau untersuchen zu können, soll eine Platte am Hinterkopf herausgelöst werden. Diese Öffnung muss gut vorbereitet werden. Diese sogenannte "Invasionsöffnung" ist laut Stadt nach Auswertung des Befundes für August geplant. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
Interessierte können die Öffnung über eine Leinwand mitverfolgen.
Das Monument schuf der sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel (1917–2003). Es kam in Einzelteilen von Leningrad nach Karl-Marx-Stadt. Die 95 Bronzeplatten wurden von Mitarbeitern des VEB Germania im Jahr 1971 vor Ort zusammengeschweißt.
Für die geplante Restaurierung hat die Stadt zunächst circa 45.000 Euro reserviert.
Wie weit das Geld reicht, ist noch unklar, zum genauen Kostenumfang kann erst nach Vorliegen der Ergebnisse der Voruntersuchungen etwas gesagt werden.
Titelfoto: Ralph Kunz

