Dresden - Brutale Angriffe auf Tauben sorgen in Dresden für Entsetzen. Unbekannte haben auf die Tiere geschossen. Tierschützer sind alarmiert und setzen auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Wie Tierschützerin Marta Broll (43) von der Stadttauben-Initiative gegenüber TAG24 berichtet, ist das Schießen auf Tauben ein stetiges Problem, mit dem der Verein immer wieder konfrontiert wird.
"Momentan befindet sich die Taube 'Frida' mit Schussverletzung aus Prohlis bei uns in Pflege", so die Tierschützerin. Sie ergänzt: "Das Projektil steckt noch in Körper und wird zeitnah operativ entfernt."
Die verletzte Taube war bereits zuvor bei den Tierfreunden in Pflege und trug deshalb einen Ring mit einer Handynummer. Dadurch konnte die Stadttauben-Initiative informiert werden, als das Tier am vergangenen Donnerstag von Passanten am Albert-Wolf-Platz verletzt aufgefunden wurde.
Frida ist kein Einzelfall: Der Stadttauben-Initiative werden immer wieder verletzte oder misshandelte Tauben gemeldet. Neben Prohlis stammen Schussopfer regelmäßig auch aus Gorbitz. Nach bisherigen Erkenntnissen wird dabei am häufigsten ein Luftdruckgewehr verwendet.
"Die Dunkelziffer an Opfern wird sehr hoch sein, denn nicht jede Taube wird gefunden und verstirbt vor Ort", so Broll.
Immer wieder werden Tauben Opfer grausamer Tierquälerei
In Gorbitz kommt es laut den Tierschützern auch zu weiteren Formen der Tierquälerei, darunter das Abschneiden von Flügeln oder das absichtliche Verschnüren der Tiere.
Die Polizei wurde bereits über die Fälle informiert. Bislang fehlen jedoch Zeugen oder konkrete Beweise, die zu den Verantwortlichen führen.
"In Gorbitz gibt es die Mutmaßung, aus welcher Ecke geschossen wird, aber leider nichts Handfestes", so Broll.
Die Stadttauben-Initiative hat deshalb eine Belohnung in Höhe von 300 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.
Hinweise nimmt die Stadttauben-Initiative unter info@stadttauben-dresden.de entgegen.
Sie betont: "Es könnte auch Kinder oder andere Tiere treffen!"
Was Ihr tun könnt, wenn Ihr eine verletzte Taube findet
Wer eine verletzte Taube findet, sollte das Tier nach Empfehlung der Initiative vorsichtig sichern.
Die Taube könne dazu beispielsweise in einen Stoffbeutel, Schal oder eine Jacke gesetzt und anschließend mit nach Hause genommen werden. Dort sollte sie vorübergehend in einem Karton mit einem weichen Handtuch als Nest sicher untergebracht werden.
Anschließend sollte der Verein über die Notfallnummer 0155 / 610 465 76 oder per E-Mail an notfall@stadttauben-dresden.de kontaktiert werden. Nahrung sollte den Tieren vorerst nicht angeboten werden.
Der Verein betont: "Tauben übertragen nicht mehr Krankheiten als andere Tiere! Eine Sicherung einer Taube bringt einen nicht um und macht einen nicht krank."
Zudem möchte die Initiative klarstellen, dass ihr Vereinsziel nicht die Vermehrung, sondern die kontrollierte Reduzierung der Stadttaubenpopulation ist. Dafür werden jährlich in den Projekten (Taubenschlägen) und im öffentlichen Raum mehr als 4000 Eier gegen Attrappen ausgetauscht.