Flüssige Fugenmasse auf den Schienen: Darum hielten Dresdens Gleisbetten in der Superhitze
Dresden - Während in Leipzig das totale Chaos ausbrach und Straßenbahnen wegen flüssiger Gleis-Dichtungen gestoppt wurden, rollte es in Dresden fast normal weiter.
Laut DVB-Sprecher Falk Lösch (61) hatten die Dresdner Verkehrsbetriebe spürbare, aber "für den Linienbetrieb weitestgehend beherrschbare Probleme".
Dass Dresden vom großen Schienen-Schmelzen verschont blieb, liege an der Bauweise. Am Postplatz halte ein älterer Zweikomponentenkleber der Glut stand. Ansonsten nutzen die DVB zwar die gleiche Masse wie Leipzig, das Verhalten hänge aber von Unterbau und Einbringungshöhe ab.
Lösch erklärt: "Wenn die Masse beispielsweise tiefer liegt als Gleisoberkante und Fahrbahndecke, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie herausgefahren wird."
Zudem besitzt Dresden viele separate Trassen im Grünen ohne Fugenmasse.
Dennoch gab es auch hier Pannen: Wegen überhitzter Dachelektronik mussten pro Wochenendtag mehr als 30 Wagen getauscht oder in die Werkstatt gesandt werden. Einige Weichen blockierten wegen der Hitze und wurden mit Wasser gekühlt. An drei Stellen gab es beginnende Schienenverformungen, weshalb die Bahnen das Tempo drosselten.
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Zumindest für das Personal gab es eine kleine Entlastung: Die Fahrer durften ausnahmsweise kurze Hosen, Fahrerinnen Röcke tragen.
Titelfoto: Bildmontage: Christian Juppe / Heiko Rebsch/dpa
