Brände, Bomben, Beleidigungen: Dresdens Retter blicken auf ein bewegtes Jahr zurück

Dresden - Bombenfunde mit Rekord-Evakuierungen, dramatische Großbrände und fast 180.000 Einsätze: 2025 war für Feuerwehr und Rettungsdienst in Dresden ein Jahr der Extreme. Zwar blieb das Einsatzaufkommen mit 179.051 Alarmierungen auf Vorjahresniveau, doch mehrere außergewöhnliche Lagen und die steigende Gewalt forderten die Einsatzkräfte bis an ihre Grenzen.

Amtsleiter Michael Katzsch (46, v.l.n.r.), Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka (53, CDU) und Feuerwehrsprecher Michael Klahre (46) blickten auf das Jahr zurück.  © Holm Helis

Den größten Teil der Arbeit übernahm erneut der Rettungsdienst. Mehr als 94 Prozent aller Einsätze entfielen auf medizinische Notfälle. Rettungswagen rückten rund 93.000-mal aus, Notärzte waren bei mehr als 24.600 Einsätzen gefordert.

Besonders einschneidend waren die Kampfmittelfunde an der Carolabrücke. Im Januar mussten etwa 10.000 Menschen evakuiert werden, im August sogar 17.000 - so viele wie noch nie zuvor in Dresden.

Ein schwarzer Tag war der 6. Juni: zwei Großbrände innerhalb weniger Stunden. Am Alten Leipziger Bahnhof und in der ehemaligen Staatsoperette in Leuben waren Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz. Wegen Einsturzgefahr war ein Innenangriff nicht möglich, zwei Feuerwehrleute wurden verletzt.

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Insgesamt zählte die Feuerwehr zwölf Großbrände, deutlich mehr als im Vorjahr.

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Zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte bereitet Sorgen

Einer der größten Einsätze war der Brand der alten Operette.  © Roland Halkasch

Sorgen bereitet weiterhin die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte, besonders im Rettungsdienst. Amtsleiter Dr. Michael Katzsch (46) stellt klar: "Respekt ist keine Einbahnstraße." Insgesamt 252 Vorfälle hat es gegeben, davon waren 20 Prozent körperlich.

"Die Dunkelziffer wird am Ende leider sogar noch höher sein", so Feuerwehrsprecher Michael Klahre (46).

Trotz aller Belastungen bleibt Dresden dank Berufs- und über 1400 ehrenamtlicher Feuerwehrleute leistungsfähig.

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"Diese Leute sorgen für unsere Sicherheit. Deshalb brauchen sie gute Bedingungen, und das braucht Geld, das wir trotz angespannter Haushaltslage investieren müssen", so Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka (53, CDU).

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