Halbzeit für die Dresdner Musikfestspiele: Hier gab es Standing Ovations
Dresden - Zwei Wochen Musikfestspiele liegen zurück, zwei Wochen stehen aus - Halbzeit in Dresden. Es ist ein reichhaltiges Portfolio an Musik, wobei Höhepunkte einander ablösen.
Die Auftritte des London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Edward Gardner (51) am Montag und Dienstag mit der Violinistin Nicola Benedetti (38) und dem Cellisten Jan Vogler (62) als Solisten waren ein geschlossenes Programm mit Werken von Edward Elgar in zwei Konzerten - dem Violinkonzert h-moll op. 61 und Cellokonzert e-Moll op. 85 sowie den Sinfonien eins und zwei.
Eine echte Entdeckung für viele Konzertbesucher, denn Elgar wird in Dresden selten gespielt. Seine spätromantische Musik, hier lyrisch, dort expressiv und manchmal beides zugleich, ergründet alle Gemütslagen, ist komplex und anspruchsvoll und dabei von so unverwechselbar eigenem Klang, dass man ausrufen möchte: Sofort mehr davon! Ovationen im Stehen beide Male.
Alte Musik auf höchstem Niveau war am Mittwoch in der prall gefüllten Martin-Luther-Kirche unter der Überschrift "Der Stoff, aus dem die Träume sind" zu genießen.
In Minimal-Besetzung: Dorothee Oberlinger (Blockflöte), Edin Karamazov (Laute) und Countertenor Andreas Scholl intonierten Werke von Bach, Vivaldi, Purcell bis John Dowland; der Schauspieler Matthias Brandt (64) rezitierte dazu Sonette von Shakespeare. Begeisterter Beifall.
"Dresden singt und musiziert" und "Klingende Stadt" am Wochenende
Das bevorstehende Halbzeit-Wochenende findet neben weiteren Konzerten auch auf Dresdens Plätzen und Straßen statt, mit den traditionellen Veranstaltungen "Dresden singt und musiziert" und "Klingende Stadt".
Beim Erstgenannten erlebt die Tradition eine Auffrischung, denn erstmals musizieren nicht Chöre auf der Treppe zur Brühlschen Terrasse, sondern eine Popgruppe. Die Dresdner Live-Band Manina spielt Songs von Justin Timberlake, Olivia Dean, Harry Styles, Robbie Williams, Billie Eilish, Lionel Richie und vielen anderen. "Und einmal mehr sind alle herzlich eingeladen mitzusingen, zu tanzen und gemeinsam die Musik zu genießen", heißt es im Festivalkalender.
Termin für "Dresden singt und musiziert" ist am Samstag, um 20 Uhr, quasi als Abschluss des Straßenfestivals "Klingende Stadt": Ab 14 Uhr spielen unter diesem Motto an der Busmannkapelle der Sophienkirche, in der Centrum Galerie, QF-Passage und der Galeria Dresden, am Neumarkt, Neustädter Markt und Theaterplatz etwa drei Dutzend Ensembles auf, von der Evangelischen Musizierschule Dresden bis zum Bergsteigerinnen-Chor.
Die Idee sei, "Dresden einen Nachmittag an allen Ecken zum Klingen zu bringen und zu zeigen, wie groß das musikalische Potenzial der Stadt auch jenseits der großen Konzertsäle ist", heißt es. Der Eintritt ist frei.
Titelfoto: Oliver Killig

