Streit ums Lingnerschloss: Gäste ziehen die Reißleine
Dresden - Der Gastro-Streit am Lingnerschloss: Am Freitag endet der Mietvertrag der Lingnerterrassen, bis zuletzt verhandeln die Betreiber um einen Verbleib. Doch eine Einigung blieb auch am Donnerstag aus. Erste Gäste ziehen die Reißleine.
Nach Vermietung der Außengastronomie (Biergarten) ab 2. August an das Spitzhaus-Radebeul-Team hat die Insolvenzverwaltung auch die Innengastronomie neu vermietet.
Allerdings nicht an die aktuell darin befindlichen Lingnerterrassen von Schloss-Mitbewerber Carsten Dietmann (63).
Sondern an die Investoren Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60), welche auch den Vertrag zur Übernahme der Schloss-Erbpacht bereits unterschrieben haben (was der Stadtrat am 3. September aber noch absegnen muss).
Dabei wollen die Investoren nach Auszug der Lingnerterrassen gar keinen Restaurantbetrieb mehr in dem Gebäudeteil (Orangerie).
Bereits vereinbarte Veranstaltungen können stattfinden
Als Kompromiss habe man angeboten, anstatt eines regulären Betriebs nur noch die bereits gebuchten Veranstaltungen (etwa Sommerfeste, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern) bis September zu betreuen, sagt Lingnerterrassen-Mitgesellschafter Philipp Grundmann (33), dessen Frau das Restaurant betreibt.
So eine Einigung sei auch in Aussicht gestellt worden, doch bislang nicht erfolgt. Bohn ließ am Abend mitteilen, es sei unverändert Ziel, dass die bereits vereinbarten Veranstaltungen stattfinden können.
Die von den Lingnerterrassen angemieteten Flächen müssten aber zuvor ordnungsgemäß übergeben werden.
Die Handwerkskammer zog bereits Konsequenzen, verlegte eine geplante Tagung mit bis zu 150 Personen "mit Blick auf die Verunsicherung rund um den Betreiberwechsel" an einen anderen Ort, so ein Sprecher.
Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, Ove Landgraf

