Umbau Ullersdorfer Platz: Stadtrat gibt endlich grünes Licht

Dresden - Nach langer Diskussion ebnete der Stadtrat nun den Weg für die Umgestaltung von Ullersdorfer Platz und Bautzner Landstraße. Beinahe wäre der Kompromiss noch wegen eines Streits um ein paar Linien geplatzt.

Unübersichtlicher Verkehrsknoten im Norden: Endlich wurde ein großer Schritt für die Umgestaltung des Ullersdorfer Platzes in Bühlau gemacht.
Unübersichtlicher Verkehrsknoten im Norden: Endlich wurde ein großer Schritt für die Umgestaltung des Ullersdorfer Platzes in Bühlau gemacht.  © Petra Hornig

Schon seit Jahren ist der unübersichtliche Verkehrsknoten Ullersdorfer Platz (rund 25.000 Fahrzeuge täglich) im Norden Thema im Rat.

Im Bauausschuss waren die Verwaltungspläne für den Umbau des Platzes zum attraktiven Stadtteilzentrum und Verlegung der Gleisschleife Richtung Rossendorfer Straße inklusive Errichtung eines Parkhauses auf einer Wiese am Taubenberg intensiv diskutiert worden. Ex-OB Herbert Wagner (75, CDU) versucht mit einer Bürgerinitiative die Bebauung dort zu verhindern. Letztlich ohne Erfolg.

Alle Fraktionen machten Zugeständnisse, um das Mammut-Projekt (Gesamtkosten über 56 Millionen Euro) nicht weiter zu verzögern. "Das sorgt dafür, dass wir eben keine zweite Königsbrücker Straße bekommen", lobte Baubürgermeister Stephan Kühn (44, Grüne) mit Blick auf die marode Neustadt-Piste, wo sich trotz jahrzehntelanger Planung noch kein Stein bewegt hat.

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Der im Rat diskutierte Ausschuss-Kompromiss sieht vor, die Planung in zwei Abschnitte (Am Bauernbusch bis Königsberger Straße sowie Ullersdorfer Platz bis Rossendorfer Straße) zu teilen. Erforderliche Grundstückseingriffe sollen minimiert werden (dennoch muss ein Haus abgerissen werden), die Bauhöhe des Parkhauses (250 Plätze) minimiert werden.

An der Gleisschleife soll eine Haltestelle entstehen, die Buslinien-Taktung nach Weißig erhöht werden, perspektivisch die Straßenbahn-Anbindung bis zum Gewerbegebiet Weißig geplant werden.

Eine Bürgerinitiative um Ex-OB Herbert Wagner (75, 5.v.r.) wollte die Bebauung des naturbelassenen Taubenbergs verhindern.
Eine Bürgerinitiative um Ex-OB Herbert Wagner (75, 5.v.r.) wollte die Bebauung des naturbelassenen Taubenbergs verhindern.  © Petra Hornig
CDU-Stadtrat Veit Böhm (57) ist verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.
CDU-Stadtrat Veit Böhm (57) ist verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.  © Thomas Türpe
Gestrichelte oder durchgezogene Linien am Radstreifen: Auch das war im Stadtrat eine heiß diskutierte Frage.
Gestrichelte oder durchgezogene Linien am Radstreifen: Auch das war im Stadtrat eine heiß diskutierte Frage.  © imago/photothek

Ullersdorfer Platz: Vor 2031 wohl kein Baubeginn

So schön könnte der Platz mal aussehen.
So schön könnte der Platz mal aussehen.  © Visualisierung: Pahl + Weber-Pahl Architekten Planungsgesellschaft mbH

Grundsätzlich ist der vorhandene Platz jedoch sehr begrenzt, was sich auch am Streit um die Radwege zeigte.

Während SPD und Grüne reguläre Radfahrstreifen (durchgezogene Linie) forderten, forderte Veit Böhm (57) für die CDU-Fraktion überfahrbare Radschutzstreifen (gestrichelte Linien), drohte sonst mit Ablehnung der Vorlage. "Sonst wird jeder Linksabbieger ein Problem, es gibt kein Vorbeifahren an der Straßenbahn", begründete er. Das sah die Mehrheit auch so.

Nachdem das entschieden war, brachte der Rat die Kompromiss-Vorlage einstimmig durch. Die weiteren Detail-Planungen werden aber noch Jahre dauern, vor 2031 kann darum nicht gebaut werden.

Titelfoto: Montage: Visualisierung: Pahl + Weber-Pahl Architekten Planungsgesellschaft mbH, Petra Hornig

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