Tschüss, Zookasper! Stefan Flinner sagt zum Abschied ganz leise Servus

Dresden - Große und kleine Fans hatten den Saisonstart schon sehnsüchtig erwartet: Doch die Holzläden des beliebten Zoo-Theaters bleiben geschlossen. Der Grund: "Zookasper" Stefan Flinner hat sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Mit 75 Jahren und nach 33 Spielzeiten beendet er seine Puppenspieler-Karriere - aus gesundheitlichen Gründen.

Mit Koffer und Puppen im Arm verlässt Stefan Flinner (75) sein Reich: das Zoo-Kaspertheater.
Mit Koffer und Puppen im Arm verlässt Stefan Flinner (75) sein Reich: das Zoo-Kaspertheater.  © Ove Landgraf

Ein letztes Mal war Flinner zu Ostern an seinem geliebten Zoo-Theater. "Er hat nicht mehr gespielt, sich aber von Besuchern, die vorbeischauten, verabschiedet", weiß Zoo-Sprecherin Katrin Kretschmer.

"Herr Flinner hat ausdrücklich darauf bestanden, dass es keine Abschiedsfeier oder Vorstellung gibt." Ganz leise und bescheiden sagte er den Brettern, die die Welt bedeuten, ade.

Generationen werden ihn vermissen. Immerhin fieberten in über 15.000 Vorstellungen mehr als zwei Millionen Zuschauer bei den Abenteuern von Kasper, Gretel, Seppel, Großmutter oder dem frechen Affen Troll mit.

Der Frühling ist da! Heftiges Turteln im Zoo
Zoo Dresden Der Frühling ist da! Heftiges Turteln im Zoo

Flinners Lieblingsstücke "Ich glaub, mich laust der Affe" und "Der Wurstdieb" heimsten besonders viel Applaus ein.

Gibt es einen neuen Zookasper?

Für seinen Helden, den beliebten Zookasper, erfand Stefan Flinner viele Geschichten.
Für seinen Helden, den beliebten Zookasper, erfand Stefan Flinner viele Geschichten.  © Petra Hornig
Hob sich im Zoo-Kaspertheater der Vorhang, blieb kein Stuhl leer.
Hob sich im Zoo-Kaspertheater der Vorhang, blieb kein Stuhl leer.  © Andreas Weihs
Lachen, Rufen, Warnen, Schreien - die Kinder fieberten mit ihrem Zookasper mit.
Lachen, Rufen, Warnen, Schreien - die Kinder fieberten mit ihrem Zookasper mit.  © Carla Arnold
"Der Wurstdieb" gehörte zu den Lieblingsstücken von Stefan Flinner.
"Der Wurstdieb" gehörte zu den Lieblingsstücken von Stefan Flinner.  © Steffen Füssel
1991 übernahm Stefan Flinner das Zoo-Kaspertheater, das 1931 von Egon Gäble gegründet und bis zu seinem Tod 1967 von ihm bespielt wurde.
1991 übernahm Stefan Flinner das Zoo-Kaspertheater, das 1931 von Egon Gäble gegründet und bis zu seinem Tod 1967 von ihm bespielt wurde.  © Zoo Dresden

"Für viele Familien waren die Vorstellungen fester Bestandteil des Zoobesuchs", weiß Zoo-Direktor Karl-Heinz Ukena (52). "Der Zoo bedankt sich von Herzen bei Stefan Flinner, der mit seiner Spielweise und Leidenschaft für sein Puppentheater ein echtes Unikat war und immer ein Teil der Zoo-Familie bleiben wird."

Flinners Erfolgsgeheimnis: Bei ihm war alles handgemacht. Mehr als 80 Handpuppen fertigte er für seine Zoogeschichten, wie auch die zahlreichen Bühnenbilder. Er sang sein Kasperlied selbst ein und entwarf auch die Ausmalblätter, die er nach den Vorstellungen an sein junges Publikum verteilte. Mit seinem Spielende geht eine Ära zu Ende.

Trost für seine Fans: Anlässlich des 30-jährigen Zookasper-Jubiläums wurde 2021 eine DVD mit neun der beliebtesten Stücke aufgenommen. Die DVD ist für 12,95 Euro an der Zookasse erhältlich.

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Ob es einen neuen Zookasper geben wird, ist ungewiss. "Zu Veranstaltungen werden verschiedene Künstler die Zookasperbühne mit Leben füllen", verspricht Ukena.

Titelfoto: Bildmontage: Andreas Weihs, Ove Landgraf

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