Weiterer mit Ebola infizierter Mensch in Deutschland: Ärzte kämpfen um Leben

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Von Carsten Hoffmann, Doreen Garud, Mona Wenisch

Frankfurt am Main - Knapp zwei Monate nach der ersten Ankunft eines an Ebola erkrankten US-Amerikaners ist ein zweiter mit dem Virus infizierter US-Bürger zur Behandlung nach Deutschland geflogen worden.

Bei Patienten, die mit dem Ebola-Virus infiziert sind, herrschen bei Transport und Behandlung extreme Sicherheitsvorkehrungen. (Symbolbild)
Bei Patienten, die mit dem Ebola-Virus infiziert sind, herrschen bei Transport und Behandlung extreme Sicherheitsvorkehrungen. (Symbolbild)  © Boris Roessler/dpa

Die Person sei in der Nacht auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und in die Universitätsklinik der hessischen Mainmetropole gefahren worden, bestätigte ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit der Deutschen Presse-Agentur.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor mitgeteilt, dass ein US-Staatsbürger betroffen sei, der für eine humanitäre Organisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeite.

Die Person wurde demnach positiv auf die dort derzeit grassierende Bundibugyo-Variante des Virus getestet. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, blieb zunächst allerdings offen.

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Die Unimedizin Frankfurt teilte auf Anfrage am Montag mit, dass die Person "entsprechende Krankheitssymptome" aufweise. Der Transport sei reibungslos verlaufen, sagte Timo Wolf, Leiter der Sonderisolierstation für hochpathogene Infektionserreger an der Universitätsmedizin Frankfurt zum Fall. "Der Zustand der Person ist derzeit stabil."

Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus kann durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen werden. Im Kongo, wo die beiden infizierten US-Ärzte tätig waren, ist der jüngste Ausbruch besonders schwer einzudämmen. Für den Bundibugyo-Typ gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.

Für Transporte von Ebola-Patienten werden normalerweise Spezialflugzeuge eingesetzt. In Deutschland kommen die Patienten anschließend auf Sonderisolierstationen. Dabei handelt es sich um eine geschlossene, geschützte und vom regulären Klinikbetrieb getrennte Einheit, sodass Kontakt zu anderen Patienten ausgeschlossen werden kann. Laut Bundesgesundheitsministerium besteht daher weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten eine Gefahr.

Erster mit Ebola infizierter US-Arzt überlebte nur knapp, Lage im Kongo dramatisch

Die Zahl der Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo steigt weiterhin rasch an, für viele ist es ein Todesurteil.
Die Zahl der Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo steigt weiterhin rasch an, für viele ist es ein Todesurteil.  © -/XinHua/dpa

Der US-Arzt, der am 20. Mai nach Deutschland gekommen war, wurde in die Berliner Charité aufgenommen. Nach ärztlicher Auskunft war sein Zustand zwischenzeitlich lebensbedrohlich, vor allem zwischen dem Abflug in Afrika und der Ankunft in Deutschland. Nach gut zwei Wochen Behandlung wurde er schließlich entlassen

Auch seine Frau und seine vier Kinder kamen als "Hochrisikokontakte" in die Charité, hatten aber keine Symptome und befanden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. Bei Kindern könne Ebola "sehr rasch" zum Tode führen, sagte Charité-Arzt Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin. 

Ende Juni war das Bundibugyo-Virus dann erstmals in Europa nachgewiesen worden. In Frankreich wurde ein aus dem Ostkongo zurückgekehrter Arzt einer humanitären Organisation positiv getestet.

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Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums wurde der Mann unmittelbar nach seiner Ankunft isoliert. Anfang Juli wurde er schlussendlich nach mehreren negativen Tests und ohne weitere Symptome aus dem Krankenhaus entlassen.

Im Kongo gibt es rund 650 bestätigte Todesfälle, mindestens 1830 Menschen waren oder sind infiziert. Gesundheitsexperten zufolge stiegen die Fallzahlen bei keinem früheren Ebola-Ausbruch dermaßen schnell an wie bei der derzeitigen Epidemie. 

In den Jahren 2014 und 2015 waren bei der bisher schwersten Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Drei Ebola-Kranke wurde zur Behandlung nach Deutschland gebracht: Ein Mediziner aus Uganda wurde in Frankfurt behandelt, ein Mann aus dem Senegal in Hamburg. Ein UN-Mitarbeiter, der in Leipzig behandelt wurde, starb.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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