Wal "Timmy": Marketing-Experte enttäuscht über verlorene Werbe-Chancen

Von Christiane Bosch

Hamburg - Der Hamburger Digitalmarketing-Experte Philipp Westermeyer (47) findet, dass der mehrfach vor der Ostseeküste gestrandete Buckelwal durchaus Potenzial für gute Werbekampagnen geboten hätte – das aber kaum einer für kluge oder witzige PR-Aktionen genutzt hat.

Philipp Westermeyer, Gründer der Digitalmesse OMR, wundert sich, dass der gestrandete Buckelwal nicht in Werbungen zu sehen war. (Archivfoto)  © Marcus Brandt/dpa

"Aus Marketingsicht ist der Wal unterschätzt worden", sagte der Gründer des Digital- und Marketingunternehmens OMR der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Normalerweise würden bestimmte Mobilitätsfirmen schnell mit witzigen Kampagnen reagieren. Diesmal aber nicht.

In den vergangenen Jahren sei fast schon eine Art eigene Marketing-Disziplin entstanden, bei der Firmen versuchen, auf tagesaktuelles Geschehen mit einer eigenen Botschaft und Marke aufzuspringen.

"Und das ist beim Wal erstaunlich wenig passiert. Ich glaube, alle haben unterschätzt, wie langlebig das Thema sein wird. Und was für eine Aufmerksamkeit es in der Breite am Ende bekommen hat", so Westermeyer.

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Außer mit Blick auf die vielen Statements von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) habe er vergleichsweise wenige anknüpfende Memes oder Kampagnen gesehen. "Da hätte ich mir noch viel mehr erwartet, weil das Thema ja so absurd ist."

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Sea Shepherd sammelte Spenden über "The Whale"

Aktuell wird der Buckelwal mit einem Konvoi in die Nordsee gebracht.  © Jens Schwarck/Rettungsinitiative/dpa

Die Aufmerksamkeit genutzt hat dagegen die Meeresschutz-Organisation Sea Shepherd, die nach einer Idee einer Hamburger Agentur auf einem riesengroßen Bildschirm im Hamburger Hauptbahnhof – der auch "The Whale" genannt wird – 48 Stunden lang kostenlos um Spenden für sich warb.

Wenige Tage zuvor war der Wal bei Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) erstmals in Küstennähe gestrandet.

Ein Sea-Shepherd-Sprecher ergänzt: Es habe viele Kleinspenden über den QR-Code auf dem Bildschirm und auch neue Dauerspenden gegeben.

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Das Spendenaufkommen habe sich insgesamt allerdings nur leicht erhöht.

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