Heute vor 595 Jahren endete das Leben einer jungen Französin auf dem Scheiterhaufen

Heute vor 595 Jahren, am 30. Mai 1431, wurde Jeanne d'Arc, die junge Anführerin im Hundertjährigen Krieg, auf dem Scheiterhaufen in Rouen hingerichtet. Ihr tragischer Tod bleibt ein bedeutendes Kapitel der französischen Geschichte.

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Malerei von Hermann Stilke (um 1843): Jeanne d'Arc im Kampf.  © Hermann Stilke/Public domain/Wikimedia Commons

Jeanne d'Arc (auch Johanna von Orléans bzw. Jungfrau von Orléans) stammte aus einer wohlhabenden Bauernfamilie im Osten Frankreichs. Sie wurde zur Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337 bis 1453), vermutlich um 1412, geboren.

Im Alter von etwa 13 Jahren gab die junge Jeanne an, göttliche Erscheinungen zu erleben, darunter den Erzengel Michael, die Heilige Katharina und die Heilige Margarete, später sogar Gott selbst. Angeblich wurde sie aufgefordert, den französischen König im Krieg gegen England zu unterstützen.

Tatsächlich konnte sie 1429 den französischen Thronfolger Karl VII. überzeugen, ihr die Führung vereinzelter Truppen zu überlassen. Schließlich stand ein mehrere tausend Mann starkes Heer unter ihrem Befehl und Jeanne d'Arc trug dazu bei, den Krieg zu wenden.

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Nachdem ihre Mission erfolgreich für Frankreich beendet war, sollen die göttlichen Stimmen verstummt sein und die junge Frau wollte in ihr Heimatdorf zurückkehren.

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Der Prozess in Rouen

Abschnitt eines Frieses: Die Gefangennahme Jeanne d'Arcs durch die Burgunder.  © Hervé Lewandowski/CMN (Fotograf)/Lenepveu, Jules-Eugène (1819-1898) (Maler)/gemeinfrei/Wikimedia Commons

Nach einem gescheiterten Versuch, Paris komplett von englischen Truppen zu befreien, wandte sich Karl VII. von Jeanne d'Arc ab. Im Mai 1430 wurde sie durch burgundische Gefolgsmänner gefangen genommen und kurz darauf an England verkauft.

Schließlich brachte man Jeanne nach Rouen (Frankreich), wo im Januar 1431 ein kirchlicher Prozess gegen sie begann. Sie wurde vor allem der Häresie, der Anbetung von Dämonen und des Mordes beschuldigt - unter anderem, weil sie als Frau Armeekleidung getragen habe, als Soldatin aber nicht anerkannt wurde. Die Verhandlung fand vor einem kirchlichen Tribunal statt, das allerdings stark von englischen Machthabern beeinflusst war.

Während der mehrwöchigen Verhandlung wurde Jeanne d'Arc mehrfach befragt und aufgefordert, ihre Aussagen zu widerrufen. Sie hielt jedoch an ihren Äußerungen fest.

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Am Ende des Verfahrens wurde sie zum Tode durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

Jeanne d'Arcs Hinrichtung und Heiligsprechung

Jeanne d'Arc wurde am 30. Mai 1431 auf dem Marktplatz von Rouen mit gerade einmal 19 Jahren in aller Öffentlichkeit verbrannt. Zeitgenössische Chronisten berichten, dass sie die Hinrichtung ruhig ertrug. Ihre letzten Worte richteten sich an die umstehenden Menschen, ohne politische Botschaften oder Bewertungen.

Zunächst als Märtyrerin wahrgenommen, wurde Jeanne d'Arc nur wenige Jahre nach ihrem Tod rehabilitiert: 1456 erklärte ein kirchliches Gericht das ursprüngliche Urteil für fehlerhaft.

Mehr als vier Jahrhunderte später, im Jahr 1920, wurde sie von der katholischen Kirche heiliggesprochen.

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