Heute vor 78 Jahren: Als Flugzeuge eine ganze Stadt retteten
Heute vor 78 Jahren, am 26. Juni 1948, übernahmen Flugzeuge die Versorgung Westberlins. Der Grund: Die Sowjetunion hatte zwei Tage zuvor alle Land- und Wasserwege zur Stadt blockiert. Für rund zwei Millionen Menschen begann damit eine akute Versorgungslage.
Unter "heute vor ... Jahren" sind viele weitere historische Ereignisse aufgelistet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland von den vier Siegermächten besetzt worden, um unter anderem zu verhindern, dass das Land erneut einen Krieg anfängt. Während Westdeutschland von den USA, Frankreich und Großbritannien verwaltet wurde, war es im Osten die damalige Sowjetunion.
Die Hauptstadt Berlin war ebenfalls in vier Sektoren aufgeteilt, wobei Westberlin wie eine Insel inmitten der sowjetischen Zone lag. Personenverkehr, Transporte und Lieferungen aus den westlichen Besatzungszonen führten demnach regelmäßig durch sowjetisches Gebiet.
Die Vorstellungen über die Zukunft Deutschlands gingen bei den Siegermächten jedoch zum Teil weit auseinander.
Als die westlichen Alliierten schließlich eine neue Währung einführten, reagierte die Sowjetunion mit der Blockade aller Land- und Wasserwege nach Westberlin ab dem 24. Juni 1948. Ziel war es, Westberlin unter sowjetische Kontrolle zu bringen.
Die Stadt war somit von der Außenwelt abgeschnitten. Lebensmittel, Energie und viele andere wichtige Güter konnten nicht mehr geliefert werden. Für mehr als zwei Millionen Menschen begann damit eine Versorgungskrise.
Versorgung aus der Luft beginnt
Nur zwei Tage später, am 26. Juni 1948, startete eine der größten Rettungsaktionen der Geschichte: Die USA, Großbritannien und später auch Australien belieferten über die Luft mittels Flugzeugen das isolierte Westberlin, um so die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Dafür wurden über den Flughafen Berlin-Tempelhof sowie den Flugplatz Berlin-Gatow kontinuierlich lebenswichtige Güter eingeflogen, darunter vor allem Lebensmittel, Medikamente, Brennstoffe und Baumaterialien. Die Flüge erfolgten im Minutentakt, um den Bedarf der großen Anzahl von Menschen zu decken.
Umgangssprachlich wurden die Versorgungsflugzeuge auch "Rosinenbomber" oder "candy bomber" genannt. Um insbesondere den Kindern eine kleine Freude zu machen, banden einige Piloten Süßigkeiten an kleine Fallschirme aus weißen Taschentüchern und warfen sie vor der Landung in Berlin ab.
Die Berliner Luftbrücke gilt als eine der ersten großen Konfrontationen im Kalten Krieg. Sie zeigte, dass die Westmächte bereit waren, Westberlin zu versorgen und zu halten - trotz Blockade der Sowjetunion.
Letztlich dauerte die Berlin-Blockade bis zum 12. Mai 1949. Die Luftbrücke wurde wenige Monate später, am 30. September, offiziell beendet.
Titelfoto: Henry Ries/USAF/Gemeinfreiheit/Wikimedia Commons
