Heute vor 20 Jahren: Als der größte Dopingskandal des Radsports öffentlich wurde

Heute vor 20 Jahren, am 30. Juni 2006, wurde der Radrennfahrer Jan Ullrich nur einen Tag vor dem Start der Tour de France von seinem Team suspendiert. Der Grund: Ermittlungen im Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes.

Welche Ereignisse die Welt außerdem bewegten, kannst Du unter "heute vor ... Jahren" nachlesen.

Ein Dopingskandal überschattete die Tour de France 2006.  © Fotomontage: Wladyslaw/CC BY-SA 2.5/Wikimedia Commons, ReneS/CC BY 2.0/Wikimedia Commons

Im Jahr 2006 erschütterte die sogenannte Operación Puerto den internationalen Radsport. Spanische Ermittler deckten ein mutmaßliches Dopingnetzwerk rund um den Sportarzt Eufemiano Fuentes auf.

Bei Durchsuchungen Ende Mai entdeckte die spanische Polizei Blutbeutel, Dopingmittel und Dokumente mit Codenamen, die später zahlreichen Profisportlern aus verschiedenen Sportarten (darunter auch Leichtathletik und Fußball) zugeordnet werden sollten.

Die Ermittlungen richteten sich jedoch vorerst vor allem gegen Fahrer aus dem Profiradsport. Die Affäre entwickelte sich schnell zu einem der größten Dopingskandale der Sportgeschichte und überschattete unmittelbar die bevorstehende Tour de France.

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Medienberichte und Unterlagen brachten auch den deutschen Spitzen-Radrennfahrer Jan Ullrich - Gewinner der Tour de France 1997 - mit dem Netzwerk in Verbindung.

Sein damaliges Team T-Mobile zog daraufhin die Konsequenzen und suspendierte ihn am 30. Juni 2006, kurz vor dem Tourstart. Auch weitere namhafte Fahrer wurden ausgeschlossen.

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Die Folgen für den Radsport

Doping war 2006 in Spanien noch keine Straftat. So rechtfertigte Fuentes seine Dopingmethoden auch mit dem Argument, dass sie dem Schutz der Gesundheit von Leistungssportlern bei extremen Belastungen wie mehrwöchigen Rundfahrten dienen würden.

Die Operación Puerto bzw. der aufgedeckte Dopingskandal beschädigte jedoch das Vertrauen in den Profiradsport nachhaltig. Teams, Veranstalter und Verbände verschärften in den folgenden Jahren ihre Anti-Doping-Maßnahmen deutlich. Dazu gehörten häufigere Kontrollen, internationaler Datenaustausch und die Einführung biologischer Pässe.

2012 sprach der Internationale Sportgerichtshof (CAS) Jan Ullrich im Zusammenhang mit der Affäre des Dopings schuldig. Seine Resultate ab Mai 2005 wurden annulliert, zusätzlich erhielt er rückwirkend eine zweijährige Sperre.

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Besonders brisant: Ein spanisches Gericht ordnete zunächst die Vernichtung von mehr als 200 sichergestellten Blutbeuteln an. Die Entscheidung löste international Kritik aus, weil dadurch mögliche weitere Verbindungen im Dopingskandal ungeklärt geblieben wären.

Jahrelang bestritt Jan Ullrich die gegen ihn erhobenen Dopingvorwürfe. Erst im November 2023 gestand der ehemalige Radrennprofi erstmals in der Öffentlichkeit, zwischen 1996 und 2006 gedopt zu haben.

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