Heute vor 76 Jahren: Dieser besondere Tag ließ Kinder in der DDR den Alltag vergessen

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Feste, kleine Geschenke und ein Tag nur für sie: Heute vor 76 Jahren, am 1. Juni 1950, erlebten Kinder in der DDR erstmals ihren eigenen Feiertag. Es war ein Tag ohne Schule, mit Spielen, Freunden und kleinen Überraschungen – ein Moment, der sich vom Alltag abhob und oft lange in Erinnerung blieb.

Weitere Ereignisse aus DDR-Zeiten gibt es unter "heute vor ... Jahren" zu entdecken.

DDR 1960er Jahre: Kinder bemalen eine Straße am Kindertag. (Symbolbild)
DDR 1960er Jahre: Kinder bemalen eine Straße am Kindertag. (Symbolbild)  © Josef Kaiser (Architekt) Michael Goschütz/Fotoarchiv MHU - Gasmaschinenzentrale Unterwellenborn/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons

Die späten 1940er und frühen 1950er Jahre waren geprägt von den Folgen des Zweiten Weltkrieges und dem damit zusammenhängenden Wiederaufbau.

In diesem Kontext wurde vor allem in sozialistisch ausgerichteten Staaten der 1. Juni als internationaler Kindertag eingeführt. Damit sollte unter anderem auf die Lebenssituation von Kindern aufmerksam gemacht sowie ihre Bedeutung für die Zukunft betont werden.

Auch die DDR orientierte sich an diesen Entwicklungen und feierte bereits wenige Monate nach ihrer Staatsgründung am 1. Juni 1950 den ersten Kindertag.

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Organisation und Gestaltung lagen zunächst vor allem bei Schulen, lokalen Einrichtungen und staatlichen Stellen. Zentrale Jugendorganisationen entwickelten sich erst in den folgenden Jahren.

Wie der Kindertag in der DDR gefeiert wurde

Für viele Kinder war der 1. Juni ein besonderer Tag im Jahr. Schulen, Städte und Betriebe organisierten Feste, Ausflüge und kleine Veranstaltungen. Es gab Spiele, Musik, Umzüge, kulturelle Programme und oft auch kleine Geschenke oder Süßigkeiten.

Zusätzlich wurden Hilfsaktionen wie diverse Basare veranstaltet, bei denen beispielsweise Kleidung, Spielzeug und Geldspenden für Kinder in ärmeren Ländern gesammelt wurden.

Öffentliche Plätze und Straßen wurden zu Treffpunkten gemeinsamer Aktivitäten, an denen Kinder zusammen Zeit verbrachten, malten, spielten und den Tag einfach mal abseits des Alltags erlebten.

Im Übrigen fand damals am Kindertag kein regulärer Unterricht statt.

Schon gewusst? Anlässlich des ersten Kindertages in der DDR wurde am 1. Juni 1950 eine Kindereisenbahn im Großen Garten in Dresden eröffnet. Die damalige Strecke war etwa 1,3 Kilometer lang und der Betrieb war lediglich für eine Saison geplant. Da die Bahn jedoch viel Zuspruch erhielt, wurde sie schließlich fortgeführt, die Strecke erweitert und fuhr später unter dem Namen "Pioniereisenbahn Dresden".

Bedeutung des Kindertages im DDR-System

Der internationale Kindertag verband in der DDR Freizeit und Gemeinschaft mit gesellschaftlichen Zielen. Er diente dazu, Werte wie Zusammenhalt und Beteiligung zu vermitteln. Gleichzeitig war er in das Bildungssystem eingebunden und wurde gezielt genutzt, um Kinder in kollektive Aktivitäten einzubeziehen.

Für die meisten Kinder stand jedoch etwas anderes im Vordergrund: ein unbeschwerter Tag mit Freunden.

Auch heute wird der 1. Juni in Ostdeutschland vielfach gefeiert. Zusätzlich gilt in ganz Deutschland der 20. September als Weltkindertag. Während heute jedoch die individuellen Rechte und Bedürfnisse von Kindern stärker im Vordergrund stehen, war der Kindertag in der DDR vor allem gemeinschaftlich geprägt.

Titelfoto: Josef Kaiser (Architekt) Michael Goschütz/Fotoarchiv MHU - Gasmaschinenzentrale Unterwellenborn/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons

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