Heute vor 79 Jahren, am 2. August 1947, verschwand ein Passagierflugzeug nach einer letzten, rätselhaften Funkmeldung spurlos über den Anden – fast fünf Jahrzehnte später lieferte ein Fund im Eis ein paar entscheidende Hinweise.
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Am 2. August 1947 startete die Star Dust, eine Avro 691 Lancastrian der British South American Airways, zu einem Linienflug von Buenos Aires (Argentinien) nach Santiago de Chile (Chile). Das Passagierflugzeug war mit elf Menschen an Bord unterwegs: fünf Besatzungsmitgliedern und sechs Passagieren.
Während des Fluges über die argentinischen Anden meldete sich die Besatzung nur wenige Minuten vor der geplanten Landung in Santiago ein letztes Mal mit einem ungewöhnlichen Morsecode. Über Funk wurde die Nachricht "ETA Santiago 1745 hrs STENDEC" übermittelt, was übersetzt soviel heißt wie "Geschätzte Ankunftszeit 17.45 Uhr STENDEC".
Die genaue Bedeutung des Begriffs "STENDEC" ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Deutungen reichen von einer verschlüsselten Botschaft über einen lateinischen Ausdruck bis hin zu einem Übermittlungsfehler.
Kurz darauf verschwand die Maschine. Eine groß angelegte Suche blieb jedoch vorerst über Jahre hinweg erfolglos.
Die Star Dust blieb mehrere Jahrzehnte verschwunden
Nach dem Verschwinden begann eine umfangreiche Suche nach dem Flugzeug. Die Anden stellten die Suchmannschaften jedoch vor große Herausforderungen: hohe Gipfel, Gletscher, schwierige Wetterbedingungen und eine unübersichtliche Berglandschaft erschwerten das Auffinden der Absturzstelle.
Da zunächst keine Wrackteile entdeckt wurden, blieb der Verbleib der Star Dust über Jahrzehnte ungeklärt. Der Fall erlangte aber auch wegen der rätselhaften Funkmeldung besondere Bekanntheit.
Fund und mögliche Absturzursache
Erst 1998, also mehr als fünf Jahrzehnte später, entdeckten Bergsteiger in der Nähe des Tupungato, einem erloschenen Vulkan in den argentinischen Anden, Flugzeugteile. Untersuchungen bestätigten, dass es sich um die Überreste der seit 1947 vermissten Star Dust handelte.
Nach heutigen Erkenntnissen kam die Maschine vermutlich vom vorgesehenen Kurs ab. Eine fehlerhafte Navigation in Verbindung mit schwierigen Wetterbedingungen führte dazu, dass die Besatzung die tatsächliche Position sowie die Fluggeschwindigkeit des Flugzeugs falsch einschätzte. Schließlich befand sich die Absturzstelle etwa 100 Kilometer vom eigentlichen Zielflughafen entfernt.
Wahrscheinlich prallte die Star Dust gegen den Tupungato. Die Wrackteile sowie Insassen wurden durch eine ausgelöste Lawine begraben und später im Gletschereis verborgen.
Ein eindrucksvoller Aspekt: Fast ein halbes Jahrhundert blieb die Star Dust im Eis der Anden verborgen. Erst die natürliche Bewegung des Gletschers brachte ihre Überreste wieder ans Tageslicht.
Der Flugunfall der Star Dust zeigt, wie herausfordernd die Luftfahrt in der Nachkriegszeit noch war. Was 1947 als rätselhaftes Verschwinden begann, konnte erst Jahrzehnte später durch die Entdeckung der Überreste im Eis teilweise aufgeklärt werden.