Heute vor 119 Jahren: Weltgeschichtlicher Meilenstein für Frauen und die Demokratie
Heute vor 119 Jahren, am 15. März 1907, schrieb Finnland Geschichte: Zum ersten Mal überhaupt wurden Frauen in ein nationales Parlament gewählt - ein weltgeschichtlicher Meilenstein.
Welche bedeutenden Ereignisse sich noch jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Das war alles andere als selbstverständlich. Zwar hatten Frauen bereits 1893 und einige Jahre später auch in Australien das Recht zu wählen - gewählt werden durften sie aber noch nicht. Das passive Wahlrecht, die Wählbarkeit, fehlte ihnen.
Das änderte sich am 20. Juli 1906, als dank des neuen Wahlgesetzes vom 1. Juni des Jahres das passive Frauenwahlrecht in Finnland, dem damals zu Russland gehörendem Großfürstentum, festgelegt wurde. Dieses ermöglichte Männern und Frauen über 24 nicht nur zu wählen, sondern auch sich wählen zu lassen.
Bei der Wahl zum finnischen Parlament (Eduskunta) am 15. sowie am 16. März 1907 wurden dann weltweit erstmalig Frauen in ein Parlament gewählt - für die nächsten drei Jahre.
Unter den 200 Parlamentsmitgliedern befanden sich 19 Frauen - historisch beispiellos, auch wenn man noch mehr erwartet hatte.
Am 25. Mai 1907 trat das finnische Parlament erstmals zusammen. Doch der Fortschritt währte nicht lange: Bereits am 4. April 1908 löste der russische Zar Nikolaus II. das Parlament wegen angeblicher "staatsfeindlicher Gesinnung" wieder auf.
Frauenwahlrecht in Deutschland
In Deutschland mussten Frauen noch über zwei Jahrzehnte warten. Erst mit Ende des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution wurden am 30. November 1918 Änderungen festgelegt. Wahlberechtigt waren dann Bürgerinnen und Bürger im Alter von mindestens 20 Jahren.
Am 19. Januar 1919 fand die erste Wahl der Deutschen Nationalversammlung statt, bei der auch Frauen sowohl aktiv als auch passiv wahlberechtigt waren.
Das Frauenwahlrecht war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. Für gleiche Rechte wie Männer mussten Frauen lange kämpfen. Doch auch heute herrschen noch strukturelle Ungleichheiten.
Bleibt zu hoffen, dass deren Beseitigung eines Tages ebenso selbstverständlich ist, wie das Recht zu wählen.
Titelfoto: Wikimedia Commons/Public Domain/Signe Brander
