Heute vor 144 Jahren, am 24. März 1882, teilte der Mediziner Robert Koch eine bahnbrechende Entdeckung: Tuberkulose - die damals tödliche Infektionskrankheit - wird durch ein Bakterium verursacht.
Welche Ereignisse und wissenschaftlichen Fortschritte sich ebenfalls jähren, erfährst Du auf: heute vor … Jahren.
Ein Vortrag, der Medizingeschichte schrieb
Spätestens seit der Coronapandemie ist vielen der Name "Koch" durch das Robert Koch-Institut (RKI) geläufig, das damals als "Königliches Institut für Infektionskrankheiten" gegründet und zunächst von Koch geleitet wurde.
Verdient hat er diese Anerkennung unter anderem durch seine Entdeckung, die eine entscheidende Grundlage der Mikrobiologie und Immunologie sowie modernen Hygiene bildete.
Durch über 200 Versuche an vor allem Meerschweinchen entdeckte er, dass Tuberkulose, damals auch als Schwindsucht bekannt, nicht etwa durch beispielsweise schlechte Luft verursacht wird, sondern durch ein winziges Bakterium, namens Mycobacterium tuberculosis. Er fand heraus, dass sich dieses über Aerosole beim Atmen und Sprechen verbreitet.
Diese Erkenntnis teilte er am 24. März 1882 in einem Vortrag bei der Berliner Physiologischen Gesellschaft. Zum Ende des Vortrages soll Stille geherrscht haben - das Publikum sich der Bedeutung der Entdeckung und des Moments in der Medizingeschichte bewusst geworden sein.
Behandlung bis heute
Diesem Durchbruch folgte die Entwicklung eines vermeintlichen Medikaments, Tuberkulin, das sich jedoch zunächst als unwirksam herausstellte, bis es ab 1896 ein neues Tuberkulin gab.
Heute wird die Infektion mit einer mindestens sechsmonatigen Therapie durch Antibiotika behandelt, denn auch in den letzten Jahren wurden dem RKI jährlich noch über 4000 Tuberkulose-Fälle in Deutschland gemeldet.
Bis 2050 will die WHO Tuberkulose jedoch ausrotten.
Zwischen Nobelpreis und Schattenseiten
1905 bekam Robert Koch in Stockholm den Medizin-Nobelpreis für seine Entdeckung des Tuberkulosebazillus überreicht.
Ihn bedingungslos für seine Leistung und Entdeckung zum Idol machen, sollte man allerdings nicht, denn Kochs Arbeit hatte auch dunkle Seiten: Im Kampf gegen die sogenannte Schlafkrankheit in Ostafrika testete er ein arsenhaltiges, giftiges Heilmittel (Ataxyl) an Einheimischen, trotz teilweise schweren bekannten Nebenwirkungen.
Als sie die Behandlung verweigerten, wollte Koch Betroffene sogar in Konzentrationslagern sammeln und sie dort ohne ihre Einwilligung behandeln.
Dennoch erinnert seit 1982 jährlich der 24. März als Welt-Tuberkulose-Tag an Kochs Erkenntnis und Vortrag und den folgenden medizinischen Fortschritt.