Heute vor 34 Jahren: Diese Abstimmung sorgte für längst fälliges Ende
Heute vor 34 Jahren, am 17. März 1992, wuchs eine Nation über sich hinaus und sorgte für einen notwendigen Wandel: Südafrika stimmte für die Abschaffung der Apartheid.
Welche bedeutsamen Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Vorgeschichte und Ausgangslage Südafrikas
Die Apartheid, eine staatlich bestimmte und organisierte Rassentrennung nach äußerlichen Merkmalen wie nach Hautfarbe, war tief in der Kolonialgeschichte verwurzelt. Bereits im 17. Jahrhundert begann die gewaltsame Aneignung des Landes durch die Niederlande und Großbritannien. 1910 folgte schließlich die Unabhängigkeit, jedoch durften laut neuer Verfassung ausschließlich Weiße wählen.
Mit dem "Eingeborenen-Landgesetz" (Natives’ Land Act) von 1913 wurden Schwarze gesetzlich entrechtet und systematisch unterdrückt: Ihnen war es unter anderem verboten, Land im Gebiet der Weißen zu kaufen. Stattdessen blieb ihnen nur etwa sieben Prozent des Staatsgebiets.
Die weiße, europäischstämmige Bevölkerungsminderheit erklärte sich dagegen schamlos zur herrschenden Gruppe - mit verheerenden Folgen für Millionen Menschen.
Erst Jahrzehnte später deutete sich ein Wandel an. Der damalige Staatspräsident Frederik Willem de Klerk, zunächst selbst konservativer Befürworter der Apartheid, änderte unter innen- und außenpolitischem Druck (u. a. wegen Sanktionen der Vereinten Nationen) seinen politischen Kurs.
Verbotene Organisationen, die gegen Apartheid kämpften, sollten wieder zugelassen und politische Gefangene, wie zum Beispiel der Anführer der Anti-Apartheid-Bewegung Nelson Mandela, wieder freigelassen werden.
Das entscheidende Referendum
Heute vor 34 Jahren dann der entscheidende Wandel: Am 17. März 1992 kam es zum Referendum für die Abschaffung der systematischen Rassentrennung in Südafrika. Die Frage lautete: "Unterstützen Sie die Fortsetzung des Reformprozesses, den der Staatspräsident am 2. Februar 1990 begonnen hat und der darauf abzielt, eine neue Verfassung über Verhandlungen zu schaffen?"
Stimmberechtigt war nur die weiße Minderheit unter den Südafrikanerinnen und Südafrikanern - gerade mal ein Sechstel der Gesamtbevölkerung.
Mit fast 69 Prozent stimmte jedoch der Großteil von ihnen für ein Ende der Apartheid.
Für ihren Einsatz bekamen sowohl Nelson Mandela und de Klerk den Friedensnobelpreis.
Nicht nur das - zwei Jahre nach dem Referendum wurde Mandela zum ersten demokratischen sowie schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt.
Titelfoto: Wikimedia Commons/Public Domain/Ernest Cole