Heute vor 370 Jahren zerstörte glühende Kohle knapp 88 Prozent dieser deutschen Stadt
Heute vor 370 Jahren, am 2. Mai 1656, wurde fast eine ganze Stadt dem Boden gleichgemacht, als ein zunächst einfaches Feuer nicht gestoppt werden konnte.
Was sich außerdem jährt, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Entfacht wurde das Feuer durch ein Stück Holzkohle, das der Bäcker Peter Maw in seiner Wohnung in der Jakobstraße ausgeschüttet hatte. Dieses war noch nicht ganz erloschen, als es auf dem Speicher seines Hauses entsorgt wurde, wo zunächst die Dachkonstruktion aus Holz Feuer fing.
Durch den Wind flogen Funken bis auf Nachbarhäuser und entzündeten diese nach und nach. So breitete sich das Feuer straßenweise aus - über die Königstraße, den Templergraben und die Pontstraße -, sodass bald der nördliche Teil der Stadt zerstört war.
Da sich dann die Windrichtung änderte, breitete sich das Feuer anschließend auch im Süden aus.
Offiziell wurden dabei 4664 von damals 5300 gotischen Gebäuden aus dem Mittelalter zerstört. Innerhalb eines Tages wurden so sieben Achtel der Stadt vernichtet.
Erst einen Tag später, als es die Stadt in Schutt und Asche gelegt hatte, erlosch das Feuer.
Opfer und Folgen des Stadtbrands
Bei dem Stadtbrand kamen 17 Menschen ums Leben. Viele weitere wurden verletzt.
Urkunden und wichtige Dokumente im Rathaus konnten jedoch geborgen werden, da sie sich in einem verborgenen Gang des Rathauses befanden.
Auch der Dom war aufgrund seiner Bauweise aus Stein kaum beschädigt.
Dennoch sind ganze Lebensmittellager abgebrannt, sodass es zu einer Nahrungsmittelknappheit kam. Hilfe kam unter anderem aus Maastricht, Lüttich und Köln, aber auch anderen Städten.
Sie lieferten unter anderem Brot, Käse und Roggen, um Engpässen entgegenzuwirken.
Nach dem Stadtbrand von Aachen
Im Anschluss an das Feuer musste die zerstörte Stadt wieder komplett aufgebaut werden. Unter anderem durch Badearzt François Blondel wurde Aachen langfristig zu einem Badeort ausgebaut - noch dazu einem der modernsten Europas.
Der neue Kurort, mit Casino und Ballsälen neben seinen Quellen, wurde auch von Prominenz besucht, wie von dem Zaren Peter der Große von Russland, Friedrich dem Großen, dem preußischen König, sowie dem Komponisten Georg Friedrich Händel.
In der Stadt hieß es oft: "Was das Feuer zerstört hat, baut das Wasser wieder auf".
Titelfoto: Wikimedia Commons/CC-BY-SA-4.0/Kleon3
