Heute vor 40 Jahren, am 7. März 1986, wurde einem Menschen in Deutschland das erste Mal ein künstliches Herz eingesetzt - ein medizinischer Meilenstein.
Welche medizinischen Errungenschaften sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
An diesem Tag in der Geschichte bekam ein sterbenskranker Patient in der Berliner Uniklinik Charlottenburg ein sogenanntes Berliner Kunstherz.
Diese künstliche Pumpe unterstützt bei Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz den Blutkreislauf und dient vor allem als Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderherz.
Entwickelt und eingesetzt wurde es vom Herzchirurg und Wissenschaftler Emil Bücherl. Der Patient lebte vier Tage mit dem Kunstherz, bevor ihm ein Spenderherz transplantiert wurde - er verstarb jedoch kurz darauf. Auch zwei weitere Patienten starben kurz nach einem Eingriff aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustandes.
Ab 1988 wurde das künstliche Herz dann erfolgreich unter Leitung von Professor Roland Hetzer implantiert.
Entwicklung künstlicher Herzen
Das weltweit erste Kunstherz wurde am 4. April 1969 am Texas Heart Institute in Houston eingesetzt und diente als temporäre Lösung.
Das erste dauerhafte Implantat wurde einige Jahre später, am 1. Dezember 1982, in der Uniklinik von Utah in Salt Lake City eingesetzt. Nach diesen Implantationen lebten die Patienten anschließend jedoch nur wenige Tage bis einige Monate.
Für die Entwicklung eines künstlichen Herzens stellte Emil Bücherl 1976 in Deutschland ein Kalb vor, das bereits 120 Tage mit Kunstherzen lebte. 1981 sowie 1984 war er bei Tierversuchen erfolgreich, diese kurze Überlebensdauer eines Kalbs und einer Ziege mit dem Implantat zu verdoppeln und fast zu verdreifachen.
Ab 1986 brachte eine Implantation bei Menschen zunächst nur sehr kurzen bis mehrwöchigen Erfolg.
Seine Forschung ist dennoch auch für die Entwicklung des implantierbaren Herzschrittmachers bedeutend.
Fortschritt und Kunstherzen heute
Damals war man nach einem solchen Eingriff an Gerätschaften gefesselt. Die damaligen Pumpen wurden mit sehr großen und lauten Kompressoren angetrieben - über Kabel war das Kunstherz mit Akkus und Controllern verbunden -, wodurch man alles andere als mobil war.
Heute sind die Geräte kompakt und es ist ein fast normales Leben möglich. Menschen können sogar genesen und in seltenen Fällen durch die Regeneration ihres Herzens auf ihr zweites, künstliches Herz wieder verzichten.