Heute vor 416 Jahren verlor der Mond sein perfektes Image

Heute vor 416 Jahren, am 30. November 1609, soll Galileo Galilei erstmals den Mond durch ein Fernrohr betrachtet haben und anschließend seine berühmten Zeichnungen der Oberfläche angefertigt haben.

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Galileis Entdeckung dank brandneuer Technik

Wenn auch nicht ganz proportional, waren Galileo Galileis Zeichnungen wegweisend.  © Wikimedia Commons/Public Domain/Rennett Stowe/Galileo Galilei

1609 gilt das Fernrohr als brandneue Technik - erst im Jahr davor wurde es vom niederländischen Brillenmacher Hans Lipperhey erfunden. Galilei will diese Erfindung daraufhin für seine wissenschaftlichen Zwecke nutzen und verbessert sie dafür sogar.

Am 30. November richtet er sein Teleskop in Padua (Italien) auf den zunehmenden Mond.

Was er durch das Fernrohr sah, entsprach jedoch nicht, was man bis dahin über den Mond glaubte: Statt glatter, perfekter Oberfläche sah er Krater, Berge und Schattenzonen.

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Außerdem erkannte Galilei dabei richtig, dass es sich bei dem dunklen Gebiet des Mondes um eine verdeckte, von der Sonne nicht beleuchtete Fläche handelt und die Grenze zwischen Licht und Schatten - der Terminator - lediglich die Tag-Nacht-Grenze ist.

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Galilei ist für seine astronomischen Entdeckungen mit dem Teleskop bekannt. Der Erste war er aber nicht.  © Wikimedia Commons/Public Domain/Uffizi Gallery/Justus Sustermans

Revolutionäre Zeichnungen - trotz kleiner Abweichungen

Trotz seines künstlerischen Talents treffen seine Aufzeichnungen jedoch die Proportionen der Krater nicht gut. Grund dafür ist das kleine Sehfeld durch das Fernrohr. Galilei muss mosaikartig vorgehen, wobei der direkte Vergleich entfällt. Trotzdem waren seine Zeichnungen revolutionär.

Neben dem Mond untersuchte Galilei außerdem die Milchstraße, zeichnete Sterne im Orion und entdeckte Anfang 1610 die vier größten Monde des Jupiter. Seine Erkenntnisse veröffentlichte Galilei 1610 im berühmten "Sidereus Nuncius" und sorgte dabei europaweit für Aufsehen.

Spannend ist auch: Galilei war gar nicht der Erste, der den Mond durch ein Fernrohr betrachtete. Der englische Mathematiker und Astronom Thomas Harriot (1560 - 1621) fertigte bereits am 26. Juli 1609 (nach Gregorianischem Kalender am 5. August) erste Mondskizzen an.

Anders als Galilei veröffentlichte Harriot seine Arbeiten jedoch nicht, sodass er kaum Bedeutung erlangte.

Der 30. November 1609 markiert also sowohl inhaltlich als auch methodisch eine wegweisende Entdeckung.

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