Heute vor 83 Jahren: So retteten Frauen die Leben ihrer jüdischen Ehemänner

Heute vor 83 Jahren, am 6. März 1943, retteten hartnäckige Ehefrauen und Angehörige mit tagelangem Protest 2000 jüdischen Männern das Leben.

Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.

Das Denkmal Rosenstraße erinnert noch heute an die Protestaktion gegen die Deportation.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-4.0/Bärwinkel, Klaus

Die Ausgangslage war die sogenannte "Fabrikaktion" Ende Februar 1943. Dabei handelte es sich um die Deportation der letzten verbliebenen Juden, die bisher verschont wurden. SS und Gestapo verhafteten dafür etwa 8000 Jüdinnen und Juden. Unter ihnen waren auch 2000 jüdische Männer aus "Mischehen", also mit "deutschblütigen" Ehefrauen.

Diese trennte man vom Rest und brachte sie separat in ein Gebäude in der Rosenstraße 2-4, das einmal der jüdischen Sozialverwaltung gehörte.

Vor dem Gebäude versammelten sich bereits am 27. Februar die Frauen der Inhaftierten, aber auch andere Angehörige, und forderten zunächst, mit ihren Ehemännern und Vätern sprechen zu dürfen.

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In den nächsten Tagen forderte eine Ansammlung von hunderten, immer wechselnden Protestantinnen die Freilassung der Männer. Bei Aufforderung der Polizei, zu verschwinden, begaben sie sich lediglich auf die andere Straßenseite. Teilweise heißt es, die Polizei drohte sogar mit Waffen und soll einige Beteiligte verhaftet haben.

Generell galt der Protest aber als friedlich und hatte für die Teilnehmerinnen offiziell keine Konsequenzen.

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Ergebnis des Rosenstraßen-Protests

Zunächst schienen die Proteste vergeblich: Am 5. März wurden 25 dieser Inhaftierten in das KZ Monowitz deportiert. Glücklicherweise soll es sich dabei um einen vorschnellen Fehler gehandelt haben und sie alle wurden nach einigen Wochen wieder entlassen.

Zu diesem Zeitpunkt waren die restlichen Inhaftierten aus der Rosenstraße bereits wieder frei.

Am 6. März 1943 wurden die ersten Gefangenen nach genauester Prüfung ihres Status wieder entlassen. In den nächsten Tagen durften immer mehr Geltungsjuden (also "Mischlinge", die rechtlich noch als jüdisch galten) sowie Juden in Mischehen wieder gehen.

Letztendlich wurden vermutlich fast alle der 2000 Inhaftierten der "Fabrikaktion" nach und nach freigelassen.

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Der Protest bleibt unvergessen

Heute steht in der Rosenstraße zwischen Alexanderplatz und Hackeschen Markt das Denkmal "Frauenprotest 1943" von Ingeborg Hunzinger.

Es erinnert an die Frauen, die damals mutig für die Freiheit der Männer protestierten und damit teilweise ihr eigenes Leben riskierten, aber auch an die Diskriminierung und Volkshetze, die damals alltäglich war.

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