Heute vor 85 Jahren, am 12. Mai 1941, präsentierte Konrad Zuse mit der Z3 den ersten funktionsfähigen, frei programmierbaren Computer der Welt – eine Maschine, die den Grundstein für alles legte, was wir heute digital nutzen.
Welche Erfindungen die Welt außerdem prägten, steht hier: heute vor ... Jahren.
Konrad Zuse (*1910, †1995) war ein deutscher Bauingenieur und Erfinder. Sein Ziel war es, komplexe Berechnungen zu automatisieren, die bisher manuell durchgeführt werden mussten. Bereits zuvor entwickelte er mit der Z1 einen ersten Prototyp, der jedoch noch unzuverlässig arbeitete. Mit der Z3 gelang Zuse erstmals ein stabil funktionierendes System.
Die Z3 war ein elektromechanischer Rechner, der auf Relaistechnik basierte. Sie war in der Lage, komplexe mathematische Operationen selbstständig auszuführen. Programme wurden über Lochstreifen eingelesen, die genau vorgaben, welche Rechenschritte ausgeführt werden sollten.
Schon damals nutzte die Maschine das binäre System mit 0 und 1. Dieses Prinzip steckt bis heute in jedem Computer, Smartphone oder Tablet.
Im Vergleich zu heutigen elektronischen Computern war die Z3 deutlich langsamer, folgte aber bereits dem Prinzip der Programmsteuerung.
Aufbau und Vorstellung der Z3
Die Z3 war eine große, mehr als eine Tonne schwere schrankartige Konstruktion aus Metallrahmen, Kabeln und Elektrorelais. Sie bestand aus mehreren Einheiten, darunter Rechenwerk, Speicher und Steuerung, die sichtbar miteinander verdrahtet waren. Anders als heutige Computer hatte die Z3 kein Display, Ergebnisse wurden über Lampenfelder angezeigt.
Konrad Zuse stellte die Maschine am 12. Mai 1941 in seiner Werkstatt in Berlin-Kreuzberg einem kleinen Fachpublikum vor. Eine breite öffentliche Wahrnehmung blieb jedoch aus, was sich auch auf die damaligen Kriegsumstände zurückführen lässt.
War die Z3 wirklich der erste Computer der Welt?
Die Einordnung hängt von der Definition ab. Frühere Maschinen wie beispielsweise die Entwürfe vom Mathematiker und Erfinder Charles Babbage waren konzeptionell wegweisend, aber nicht vollständig realisiert.
Daher gilt die Z3 als erster funktionsfähiger, programmgesteuerter Rechner, auch wenn spätere Modelle deutlich schneller und leistungsfähiger wurden.
Schon gewusst? Im Zweiten Weltkrieg wurde die originale Z3-Rechenmaschine im Dezember 1943 bei einem Bombenangriff auf Berlin zerstört. Zu Ausstellungszwecken angefertigte Nachbauten befinden sich beispielsweise im Deutschen Museum in München sowie im Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld.
Die Grundidee der Z3 ist bis heute unverändert: Ein Computer verarbeitet Befehle Schritt für Schritt nach einem Programm. Ohne diese Entwicklung wären moderne Technologien wie Internet, Smartphones oder künstliche Intelligenz nicht denkbar. Die Z3 markiert damit einen entscheidenden Wendepunkt – vom manuellen Rechnen hin zur digitalen Welt, wie wir sie heute kennen.