Heute vor 24 Jahren: Als die Elbe Rekordstände erreichte - Das Jahrhunderthochwasser 2002 in Dresden
Heute vor 24 Jahren, am 17. August 2002, erreichte die Elbe in Dresden nach tagelangem Starkregen einen historischen Höchststand von 9,40 Metern. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, Einsatzkräfte und freiwillige Helfer kämpften mehrere Tage gegen die Flut.
Viele weitere vergangene Ereignisse gibt's im TAG24 Kalenderblatt unter "heute vor ... Jahren".
Nach tagelangem Starkregen im Einzugsgebiet von Elbe, Moldau und ihren Nebenflüssen stiegen die Wasserstände im Sommer 2002 immer weiter an. Schließlich erreichte die Elbe am Pegel Dresden am Morgen des 17. August 2002 mit 9,40 Metern einen historischen Höchststand.
Der amtliche Elbe-Pegel Dresden befindet sich direkt an der Augustusbrücke in der Dresdner Innenstadt auf der Altstädter Seite bzw. unmittelbar an der Brücke.
Neben der Elbe spielte allerdings auch die Weißeritz eine entscheidende Rolle. Nach den heftigen Regenfällen im Erzgebirge trat sie über die Ufer und überflutete unter anderem den Dresdner Hauptbahnhof, das Universitätsklinikum, die Semperoper, den Zwinger sowie angrenzende Stadtgebiete.
Straßen wurden unpassierbar, Keller liefen voll, Wohnhäuser wurden beschädigt und zahlreiche Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.
Überall in der Stadt stapelten sich Sandsäcke, während Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr, Polizei und tausende freiwillige Helfer unermüdlich im Einsatz waren.
Vom Dauerregen zur "Jahrhundertflut": Wie das Hochwasser 2002 entstand
Nach einem bereits sehr niederschlagsreichen Juli brachte das Tief "Ilse" ab dem 11. August 2002 erneut extreme Regenfälle nach Mitteleuropa. Die Böden konnten die Wassermengen kaum noch aufnehmen, zahlreiche Flüsse traten über die Ufer. Besonders Elbe und Moldau führten in der Folge außergewöhnliches Hochwasser.
Eine Flut mit Folgen weit über Dresden hinaus
Das Hochwasser vom August 2002 hatte aber nicht nur Auswirkungen auf Dresden. Weite Teile Sachsens sowie mehrere Regionen Deutschlands und Mitteleuropas wie Tschechien und Österreich waren betroffen.
Allein in Deutschland entstanden nach damaligen Schätzungen Schäden von rund 11 Milliarden Euro. Insgesamt sollen mindestens 45 Menschen infolge des Hochwassers ihr Leben verloren haben, davon 21 aus Sachsen.
Schon gewusst? Der Pegel an der Augustusbrücke ist nicht nur für Dresden wichtig. Er wird von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betrieben, dient als maßgebliche Referenz für Hochwasserwarnungen entlang der Oberelbe und ist der Wert, auf den sich Behörden, Medien und der Katastrophenschutz beziehen.
Das "Jahrhunderthochwasser" 2002 markierte einen Wendepunkt für den Hochwasserschutz. In den folgenden Jahren wurden entlang der Elbe Schutzanlagen ausgebaut, Überschwemmungsgebiete besser gesichert und Frühwarnsysteme modernisiert.
Das war gut so, denn: Nur elf Jahre nach der "Jahrhundertflut" wurde Dresden erneut von einem schweren Elbe-Hochwasser getroffen. Im Juni 2013 stieg der Pegel der Elbe auf 8,78 Meter – den zweithöchsten Wert seit Beginn der Messungen. Zahlreiche Bereiche entlang des Flusses wurden überflutet, doch die Auswirkungen blieben deutlich geringer als 2002.
Titelfoto: Matthias Hiekel/Zentralbild/dpa
