Leipzig - Skrupellose Clans, Drogensumpf, Geldwäsche - Leipzig ist der kriminelle Brennpunkt in Sachsen. Im Kampf gegen die Clan-Kriminalität holt sich Innenminister Armin Schuster (65, CDU) jetzt aus der Messestadt einen echten Experten nach Dresden. Leipzigs Kripo-Chef Lutz Mädler (48) soll fortan im Landeskriminalamt (LKA) sachsenweit den Kampf gegen das organisierte Verbrechen führen.
Für Leipzig ist es ein Verlust, für den Freistaat ein Gewinn. Fast zehn Jahre lang führte Mädler die Leipziger Kripo und machte sie in dieser Zeit zu einer schlagkräftigen Truppe.
Ob die brutalen Stückelmorde an zwei Frauen und einem Paar, die Vergewaltigungs-Serie im Rosenthal, die Dealer-Exekution bei Schkeuditz, diverse Serienbrandstiftungen oder der Folter-Mord im Hafenspeicher - fast alle großen Verbrechen des vergangenen Jahrzehnts konnten Mädlers Ermittler aufklären.
Von seinen Kommissaren wird der Leipziger Familienvater als komplex denkender Stratege beschrieben, der Sachverhalte in Windeseile erfasst, absolut zielorientiert arbeitet und dabei weit über den Tellerrand hinaus denkt.
"Der sieht Dinge, die andere nicht sehen", berichtet eine langjährige Ermittlerin.
Auch Anti-Korruptionseinheit wird Mädler unterstehen
Im LKA wird er fortan die Abteilung II leiten, zu der der komplette Bereich Organisierte Kriminalität, die Dezernate für Wirtschaftskriminalität und Finanzermittlungen, die Anti-Korruptionseinheit INES, die Soko Kfz sowie die gemeinsam mit dem Zoll ins Leben gerufenen Rauschgift-Ermittlungsgruppen GER Westsachsen und Ostsachsen gehören.
Die Abordnung ans LKA ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Für Mädler leitet der neue Job gleichsam den nächsten Karriereschritt ein. Denn mit der Führungsaufgabe im LKA erwirbt der Leitende Kriminaldirektor die Befähigung fürs Präsidentenamt.
In zwei Jahren wird in Leipzig die Präsidentenstelle bei der Bereitschaftspolizei vakant.
Die Leipziger Kripo übernimmt ab Montag Mädlers bisheriger Stellvertreter Sebastian Spreer.