Schüsse auf Remmos: Polizei veröffentlicht neue Details und sucht Zeugen
Berlin - Sowas kennt man sonst nur aus Action-Filmen: Ein Motorroller nähert sich einem Auto, dann fallen plötzlich Schüsse. Ein Mordanschlag mitten am Tag!
Auch am Tag danach fehlt von den Tätern jede Spur und weil die Insassen im von Einschusslöchern gezeichneten Wagen offenbar lieber schweigen, haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit gewandt: Sie suchen dringend Zeugen!
Passiert ist es am Donnerstag gegen 12.40 Uhr in Kreuzberg. Der Polizei zufolge waren vier Männer auf der Urbanstraße in Richtung Grimmstraße unterwegs, als sich in entgegengesetzter Richtung ein Motorroller näherte. Darauf: zwei Personen.
Der Beifahrer stieg ab, positionierte sich auf dem Mittelstreifen und schoss mehrfach auf das vorbeifahrende Auto. Danach flüchtete das Roller-Duo.
Am Donnerstag hieß es noch, dass von dem Roller aus geschossen wurde. Jetzt stellte die Polizei klar, dass der Sozius kurzzeitig abstieg und dann schoss.
Besonders brisant: In dem Auto saßen allesamt Mitglieder der bekannten arabischen Großfamilie Remmo. Ein 24-, 32-, 35- und ein 55-Jähriger. Verletzt wurde niemand.
Mehrere Zeugen beobachten Mordanschlag
Alarmierte Polizisten stoppten das Auto mit den Einschusslöchern in der Nähe des Tatorts. Der "B.Z." zufolge sollen drei Kugeln im Fahrerbereich eingeschlagen sein, eine traf die Seitenscheibe und eine den Außenspiegel. Am Tatort fand die Polizei fünf Patronenhülsen.
Mehrere Zeugen hatten den Mordanschlag am helllichten Tag gesehen, die Polizei nahm eine ganze Reihe von Aussagen auf. Es sollen auch Fotos gemacht worden sein. Nur die vier Insassen wollten offenbar nicht reden.
Die Polizei bittet nun insbesondere Menschen um Hinweise (per Mail oder Telefon), die Beobachtungen zum Roller oder den Tätern gemacht haben oder Aufnahmen aus dem Bereich der Urbanstraße zwischen Baerwald- und Jahnstraße besitzen - etwa durch Dashcams oder Fahrzeugkameras.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa
