Gesuchter Hertha-Chaot doch kein Polizist: Wie kam es zu dem Irrtum?
Berlin - Am Rand der Partie Hertha BSC gegen Schalke 04 in der 2. Bundesliga soll es am 17. Januar 2026 zu Ausschreitungen am Olympiastadion gekommen sein - mittendrin offenbar ein Polizist.
Seit dem 3. Juni fahndete die Berliner Polizei nach 18 Hertha-Chaoten, die während der Einlassphase am Osttor mit den Einsatzkräften heftig aneinandergeraten sein sollen.
Dann die große Überraschung: Zwei Tage später vermeldete die Behörde, dass es sich bei einem der gesuchten Männer möglicherweise um einen Polizisten außer Dienst gehandelt haben könnte.
Am gestrigen Montag teilte die Polizei mit, dass sich die Vermutung "nach näherer Überprüfung" nicht bestätigt habe.
Der Beamte habe nur eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Gesuchten Nummer 16 gehabt, wie es hieß.
Kurios: Die Überprüfung hat nach Aussage eines Polizeisprechers ergeben, dass sich der Polizist zu diesem Zeitpunkt im Dienst befunden hatte, was seine Kollegen bestätigen könnten.
Warum man diese Tatsache nicht zuerst überprüft hat, bevor die Meldung offensichtlich vorschnell am 5. Juni herausgegeben wurde, bleibt derweil unklar.
Polizei fahndet weiter nach neun Verdächtigen
Die Fahndung nach dem Verdächtigen Nummer 16 geht also weiter. Insgesamt konnten noch immer neun Tatverdächtige nicht identifiziert werden. Die neun anderen hatten sich bereits kurz nach Veröffentlichung des Fahndungsaufrufs den Behörden gestellt.
Die gesuchten Männer sollen Teil einer Gruppe von etwa 100 Personen gewesen sein, die die Einsatzkräfte unter anderem mit Fahnen- und Holzstangen sowie Stuhlverankerungen attackiert und mit Absperrgittern und Metallmülleimern beworfen haben sollen. Dabei wurden mehrere Polizisten verletzt.
Die Fotos der weiterhin gesuchten Personen könnt Ihr Euch im Fahndungsaufruf der Polizei anschauen.
Eure Hinweise nimmt weiterhin das zuständige Fachkommissariat im Landeskriminalamt in der Ringbahnstraße 132 in 12103 Berlin-Tempelhof unter der Rufnummer (030) 4664-964510 entgegen.
Auch per E-Mail an [email protected] können Angaben gemacht werden. Ihr könnt Euch aber auch an jede andere Polizeidienststelle wenden oder die Internetwache nutzen.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa, Polizei Berlin (Bildmontage)

