Mann nach Beleidigung auf TikTok in Park getötet: Mordprozess gestartet

Von Anne Baum

Berlin - Nach einem tödlichen Messerangriff auf einen 28-Jährigen in einem Park in Berlin hat der mutmaßliche Täter vor Gericht geschwiegen.

Im Körnerpark in Neukölln ereignete sich die tödliche Attacke. (Archivbild)
Im Körnerpark in Neukölln ereignete sich die tödliche Attacke. (Archivbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Dem 24-Jährigen wird Mord vorgeworfen. Laut Anklage sollen der Tat gegenseitige Beleidigungen auf einer Online-Plattform vorausgegangen sein. Die Verteidigerin sagte zu Prozessbeginn, ihr Mandant werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Aus übersteigertem Ehrgefühl soll der Angeklagte den 28-Jährigen am 22. Juni 2025 im Körnerpark in Berlin-Neukölln mit einem Jagdmesser attackiert und tödlich verletzt haben.

Der 24-Jährige mit afghanischer Staatsangehörigkeit wurde einen Tag später festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

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Der Angeklagte und das Opfer sollen sich vor der Tat über Monate hinweg über soziale Medien – unter anderem in TikTok-Gruppentelefonaten - gegenseitig beleidigt haben. Seine Versuche, den 28-Jährigen direkt zu konfrontieren, habe er ebenfalls live über die Plattform dokumentiert, so die Staatsanwaltschaft.

Beide Männer – auch der 28-Jährige soll aus Afghanistan stammen – sollen laut Anklage gegen 14.50 Uhr im Körnerpark aufeinandergetroffen sein. Es sei "direkt zu einer verbalen Streitigkeit gekommen".

24-Jähriger wegen weiterer Messerattacke angeklagt

Der Fall wird am Landgericht Berlin verhandelt. (Archivbild)
Der Fall wird am Landgericht Berlin verhandelt. (Archivbild)  © Jens Kalaene/dpa

Der Angeklagte habe ein Jagdmesser gezogen und gedroht. Der 28-Jährige sei geflüchtet. In der Nähe des Brunnens habe der Angeklagte das Opfer eingeholt und mehrmals wuchtig zugestochen. Der 28-Jährige starb wenig später in einem Krankenhaus.

Im Prozess geht es zudem um einen Angriff auf einen Arbeitskollegen.

Mit einem gleichaltrigen Mitangeklagten soll der 24-Jährige im Mai vorigen Jahres einen damals 21-Jährigen auf einem Parkplatz in Berlin-Marienfelde mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wertet diese Tat als gefährliche Körperverletzung.

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Auch der Mitangeklagte hat zu Prozessbeginn geschwiegen. Seine Verteidiger kündigten allerdings an, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde. Die Verhandlung wird am 12. Februar fortgesetzt.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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