Anklage gegen Chefarzt aus Sachsen: Operierte der Gynäkologe ohne Handschuhe?
Annaberg-Buchholz - Gegen den fristlos entlassenen Chefarzt, der am Erzgebirgsklinikum viele Jahre die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe geleitet hatte, hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz Anklage erhoben.
Andreas G. wird Beleidigung von Mitarbeitern des Klinikums sowie versuchte schwere Körperverletzung und versuchte gefährliche Körperverletzung von Patienten vorgeworfen.
Dabei geht es laut Staatsanwaltschaft konkret um die Arbeitsweise im Rahmen von Operationen, bei denen der Arzt keine Handschuhe getragen haben soll und damit schwerwiegende Folgen für die Patientinnen billigend in Kauf genommen habe.
"Das Amtsgericht Marienberg wird darüber entscheiden, ob die Anklage zugelassen und ein Hauptverfahren eröffnet wird", so Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart (62).
Der Mediziner war im Oktober vergangenen Jahres nach dem Bekanntwerden der Verfehlungen durch die Geschäftsführung des Erzgebirgsklinikums umgehend gekündigt worden. Damals lag die Zahl der betroffenen Patienten und Mitarbeiter nach Angaben des Klinikums im zweistelligen Bereich.
Die Frauenklinik am Standort Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) hat inzwischen einen neuen Chef. Thomas Michel, der 25 Jahre Erfahrung als Chefarzt mitbringt, hat im April die ärztliche Leitung übernommen.
Titelfoto: Bildmontage: Erzgebirgsklinikum, Uwe Meinhold
