Görlitz/Weißwasser - Er muss lebenslänglich hinter Gitter. Doch vielleicht war das Urteil des Görlitzer Landgerichts nicht das letzte gegen Tony B. (32). Der Verkäufer aus Weißwasser bekam für einen Mord aus Eifersucht lebenslang. Aber der Oberstaatsanwalt ermittelt weiter gegen ihn.
Wie TAG24 berichtete, hatte Tony im September 2025 den Cousin seiner damaligen Verlobten Karina (*Name geändert, 23) getötet. Er bildete sich ein, Steven (30) und Karina hätten ein Verhältnis.
Außerdem soll Steven "schlecht" über Tony gesprochen haben.
Als es an jenem Tag zwischen dem Pärchen deshalb wieder zu Streit kam, schlug und würgte er die Frau laut Anklage. "Die Sache mit Steven wollte ich alleine klären", so der Angeklagte im Prozess.
Weil er aber die Adresse des Verwandten nicht wusste, musste die verängstigte Karina mitkommen, das Opfer aus dessen Wohnung locken.
Als Steven vor dem Haus stand, ließ Tony das Springmesser aufklappen und rammte es seinem Widersacher in den Kopf. Die Klinge drang an der linken Schläfe ein. "Das Messer steckte bis zum Heft im Kopf", so der Richter nach der Beweisaufnahme.
Zwar wurde Steven noch in die Uni-Klinik nach Dresden geflogen, aber die Ärzte kämpften dort vergeblich um dessen Leben. Stunden nach der Attacke starb Steven. Die Gerichtsmedizin musste die Tatwaffe regelrecht aus dem Kopf operieren.
Hatte Tony B. etwas mit dem Tod seiner Mutter zu tun?
Tony hatte nach dem Angriff offenbar noch versucht, Hilfe für das Opfer abzuwehren. Karina erklärte im Gericht, dass sie versuchte, Autofahrer und Passanten anzuhalten. Tony habe den Angesprochenen erklärt, Karina stünde unter Drogen und würde lügen. Dennoch klickten noch am Tattag Handschellen.
Im Prozess entschuldigte sich der Täter bei den Angehörigen des Opfers mehrfach: "Am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen. Der Verlust ist nie wieder gut zu machen", erklärte Tony noch kurz vorm Urteil.
Sein Verteidiger forderte wegen Totschlages eine Strafe von "nur" siebeneinhalb Jahren. Der Mandant habe sich gedemütigt gefühlt. Doch das Schwurgericht entschied auf Mord und schickte Tony lebenslang hinter Gitter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Überdies lässt Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu weiter ermitteln. Denn im Prozess kam zur Sprache, dass Tonys inzwischen verstorbener Vater 2011 seine Ehefrau im Schlaf mit den Zimmermannshammer erschlug. Es gäbe aber jetzt Hinweise darauf, dass der Sohn an der Tat beteiligt war. "Dem gehen wir jetzt nach", so der Jurist, der jüngst schon die Zelle von Tony durchsuchen ließ.