Menschliche Überreste in Mikrowelle gefunden: Kannibale wollte Hirnschaden "heilen"

Sandpoint (Idaho/USA) - Dieses Verbrechen sorgte für Entsetzen! Mikrowellen-Kannibale James David Russell (40) erschlug einen arglosen 70-Jährigen und verspeiste Teile seines Körpers. Jetzt folgte das Urteil: lebenslänglich!

James David Russell (40) ermordete einen 70-jährigen, trennte Fleisch vom toten Körper und bereitete sich eine besonders widerliche Mahlzeit in der Mikrowelle zu.
James David Russell (40) ermordete einen 70-jährigen, trennte Fleisch vom toten Körper und bereitete sich eine besonders widerliche Mahlzeit in der Mikrowelle zu.  © Montage: 123rf/edmond77, Facebook/Bonner County Sheriff's Office

Nur einige Hundert Menschen leben in Clark Fort, einem beschaulichen Ort im Norden des US-Bundesstaates Idaho. Die Menschen helfen sich, geben auf ihre Nachbarn acht.

Als zwei Spaziergänger im September vergangenen Jahres auf das Anwesen von Familie Russell kamen, bemerkten sie etwas Ungewöhnliches, berichtete die Lokalzeitung "Bonner Couunty Bee" damals. Auf dem Grundstück stand ein Pickup-Truck. Der Besitzer: David Flaget (70) saß leblos auf dem Beifahrersitz, war wohl schon einige Stunden tot.

James Russell (40), der zu der Zeit alleine im Haus lebte, stand neben dem Auto - in der Hand einen schwarzen Seemannsack und einen Plastikeimer mit Seifenwasser. Als die Passanten den Mann ansprachen, rannte der 40-Jährige ins Haus, schob ein Bett vor die Tür und verbarrikadierte sich.

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Die Zeugen riefen die Polizei. Nach kurzer Diskussion gab Russell auf und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Details am Tatort lassen auf ein schlimmes Verbrechen schließen

Die Polizei fand verstörende Utensilien in Russells Haus. (Symbolbild)
Die Polizei fand verstörende Utensilien in Russells Haus. (Symbolbild)  © Bonner County Sheriff's Office

Schnell war den Beamten klar - Im Haus muss ein schreckliches Verbrechen passiert sein. Wie es in Gerichtsdokumenten, die dem Portal "Law & Crime" vorliegen, heißt, wurden mehrere Gegenstände im Gebäude beschlagnahmt: Latexhandschuhe, Panzertape, Messer und blutverschmierte Zeitungen. Dazu großflächige Blutspuren.

Doch was in Russells Küche gefunden wurde, übertrifft alles. Auf der Anrichte stand eine Plastikschüssel voller Blut, in der Mikrowelle daneben wurden menschliche Überreste gefunden. Ein DNA-Test gab dann die traurige Gewissheit: Das Gewebe stammt zweifellos vom 70-Jährigen. David Flaget wurde mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen.

Nach dem Mord hielt sich der 40-jährige Verdächtige, den wohl viele im Ort als Sonderling kannten, am toten Körper schadlos, entfernte mit einem Messer Fleisch und bereite seine widerliche Mahlzeit mit der Mikrowelle zu.

Am Ende verhängte das Gericht die Höchststrafe - der "Mikrowellen-Kanibale" bekam lebenslänglich

In der Küche des Kannibalen fand die Polizei umfangreiche Beweismittel (Symbolbild)
In der Küche des Kannibalen fand die Polizei umfangreiche Beweismittel (Symbolbild)  © 123rf/whitestar1955

Bei seiner Festnahme machte Russell dem Vernehmen nach einen "verwirrten" Eindruck, verstand die obligatorische Rechtsbelehrung nicht und gab an, dass das Grundstück "Privateigentum" sei. Er möge es nicht, wenn "Familienfremde sich darauf aufhalten".

Gegenüber der Polizei war der 40-Jährige geständig und machte Angaben zum Motiv. Vom Verzehr menschlicher Körperteile erhoffte sich der Kannibale seinen "Hirnschaden" zu heilen.

Das Opfer, David Flaget, ein rüstiger Senior, den seine Familie als liebenswerten Vater und Opa beschreibt, wollte sich etwas dazuverdienen. Er wurde wohl zum Zufallsopfer.

In den Stunden vor dem Mord hat sich Russell mit seinem Onkel Mark gestritten. Wenig später schickte der Kannibale seinem Verwandten eine Sprachnachricht und entschuldigte sich: "Sorrry. . . Ich bin vielleicht ein bisschen empfindlich - ich habe etwas Komisches gegessen."

Im Prozess, den Zeitungs-Reporter von "Coeur d'Alene Press" verfolgten, betonte die Verteidigung, dass der Angeklagte an Schizophrenie leidet. Durch wiederkehrende Psychosen und Wahnvorstellungen könne er die Tragweite seiner Tat nur bedingt verstehen. Ihr Mandant habe kein "schlechtes Herz", sagten seine Anwälte. Eine Einschätzung, der das Gericht folgte.

Doch, wie die Richterin in ihrer Urteilsbegründung auch erklärte, habe der Mann eigenmächtig seine Medikamente in den Monaten vor der Tat abgesetzt, zudem könne er seine aggressiven Schübe nicht kontrollieren.

Sie sieht den Kannibalen als "Bedrohung für die Gesellschaft" und verhängte die Höchststrafe. James Russell bleibt für immer hinter Gittern, die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung auf Bewährung wurde ausgeschlossen.

Titelfoto: Montage: 123rf/edmond77, Facebook/Bonner County Sheriff's Office

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