Von Helmut Reuter
Rostock - Im Mordfall des gewaltsam getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow sagte am heutigen Dienstag der Polizist als Zeuge aus, der am 14. Oktober 2025 als Erster am Tatort an einem Tümpel bei Klein Upahl war. Auch schwer zu ertragende Fotos wurden im Gerichtssaal gezeigt. Zudem beantragte Fabians Mutter den Ausschluss der Öffentlichkeit.
Wegen Mordes angeklagt ist eine 30-jährige Frau, die mit Fabians Vater liiert ist und den Jungen gut kannte. Diese hat die Polizei nach Angabe des Beamten selbst informiert und zum Fundort der Leiche geführt.
Sie und eine Bekannte hätten damals angegeben, mit Hunden spazieren gewesen zu sein, sagte der Polizist vor dem Landgericht Rostock. Die Angeklagte habe dort den leblosen Körper des Jungen gefunden.
Die beiden Frauen hätten die Polizei am Vormittag in die Nähe der Stelle geführt und den Beamten erklärt, wo der Leichnam genau liege. Beide seien aufgeregt gewesen.
Auf ihn hätten sie aber nicht tief betroffen oder geschockt gewirkt, sagte der Beamte. Vor Ort sei er dann durch hohes Gras zu dem toten Jungen gegangen. Der Leichnam des Kindes lag umgeben von einem Acker am Rand eines kleinen Tümpels, der von außen durch Sträucher verdeckt und nur schwer einsehbar war. "Wildschweinkuhle" nennt ihn ein Bildbericht der Polizei.
Die Ermittler haben an dem Tümpel später sowohl Fußabdruckspuren des Jungen als auch der Angeklagten gefunden. Über 150 Fotos von dem Ort unweit von Klein Upahl (Landkreis Rostock) wurden gezeigt - davon waren viele schwer zu ertragen. Hinzu kam eine detaillierte 3D-Tatortrekonstruktion, durch die Abstände exakt bestimmt werden konnten.
Mordprozess im Fall Fabian: Angeklagte schweigt weiterhin
Gezeigt wurden nicht nur Fotos von Fußabdrücken und dem Acker, auf dem sich der Tümpel befindet. Auch detaillierte Aufnahmen des nahezu vollständig verbrannten Leichnams wurden gezeigt.
Fabians Mutter, die als Nebenklägerin an dem Prozess teilnimmt, war wegen der Fotos nicht zum Verhandlungstermin erschienen.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte den Jungen in der Erwartung tötete, die zu dem Zeitpunkt beendete Beziehung mit dem Vater des Jungen wiederherstellen zu können. Sie ist inzwischen wieder mit dem Vater liiert, der ihre Pferde versorgt, sie in der Haftanstalt besucht und nach eigenen Worten an ihre Unschuld glaubt.
Seit November vorigen Jahres sitzt die Angeklagte in Untersuchungshaft. Bislang schweigt sie weiterhin.
Mordprozess im Fall Fabian: Mutter des toten Jungen beantragt Ausschluss der Öffentlichkeit
Die Mutter des getöteten Jungen hat in dem laufenden Mordprozess den Ausschluss der Öffentlichkeit für die Vorstellung des rechtsmedizinischen Gutachtens beantragt.
Die Anwältin der als Nebenklägerin vertretenen Mutter verwies zur Begründung auf postmortale Persönlichkeitsrechte als Ausdruck des Schutzes der Menschenwürde. Dahinter müsse das Interesse der Öffentlichkeit zurücktreten. Es werde erwartet, dass im Rahmen des Sachverständigenvortrags am Donnerstag das gesamte Obduktionsgeschehen zur Sprache komme.
Der Vorsitzende Richter Holger Schütt betonte, über den Antrag werde in nicht-öffentlicher Form vor Beginn des nächsten Verhandlungstages beraten und entschieden. Dann sollten auch Verteidigung und Staatsanwaltschaft die Möglichkeit für Stellungnahmen erhalten.
Der Grundschüler wurde am 10. Oktober 2025 getötet und am 14. Oktober aufgefunden.
Erstmeldung um 6.01 Uhr, aktualisiert um 17.29 Uhr.