Schüsse in Jugendeinrichtung mit sechs Toten: Haftbefehl gegen Tatverdächtigen erlassen

Stade - Durch die tödlichen Schüsse am Montag in Stade wurden insgesamt sechs Menschen (vier Frauen und zwei Männer) getötet. Jetzt steht fest: gegen den Mann wurde ein Haftbefehl erlassen.

Vor der Absperrung haben Menschen am Dienstag zum Gedenken an die sechs Opfer Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.  © JOTO

Ein 45 Jahre alter Mann soll in der Stadt westlich von Hamburg auf die Menschen geschossen haben. Laut Polizei waren die getöteten Frauen und Männer alle Mitarbeitende in der Jugendhilfeeinrichtung, in der sich das Unglück zutrug.

Am Dienstagabend teilte die Polizei Lüneburg mit, dass die Staatsanwaltschaft Stade einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den mutmaßlichen Schützen gestellt hat.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft besteht gegen den Beschuldigten der dringende Tatverdacht, sechs Menschen erschossen zu haben. Aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niedere Beweggründe, bewertet die Staatsanwaltschaft die Taten als sechsfachen Mord.

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Das Amtsgericht Stade hat den Haftbefehl schließlich am späten Nachmittag erlassen. Der Beschuldigte wurde anschließend in eine JVA verbracht, hieß es in der Mitteilung. Zwei tatverdächtige Frauen wurden aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen. Darüber hinaus dauern die weiteren Ermittlungen an.

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Einsatzkräfte der Spurensicherung waren am Montag vor Ort ...  © Fabian Höfig/NEWS5/dpa

Tatort weiter mit Flatterband abgesperrt - Andacht für sechs Todesopfer in Kirche

Unter den Todesopfern befanden sich zwei Frauen und ein Mann aus der Region Hannover, die sich zu einem Hilfeplangespräch in der Einrichtung aufhielten, sowie zwei Frauen und ein Mann, die bei der Stader Jugendhilfeeinrichtung arbeiteten.

"Viele unserer Mitarbeitenden trauern und stehen unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat. Sie in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen, hat für uns höchste Priorität", so die Region Hannover.

Am Dienstagabend hat es eine Andacht für Trauer und Anteilnahme geben. Die evangelische Kirche lud dafür um 18 Uhr in die Stader St.-Wilhadi-Kirche ein.

Der Tatort ist nach Angaben eines Reporters vor Ort auch am Dienstag wieder weiträumig von der Polizei mit Flatterband in zwei Zonen abgesperrt worden: eine innere, die nur für Anwohner begehbar sei, sowie eine äußere Zone. Vor der äußeren Absperrung haben Menschen zum Gedenken an die sechs Todesopfer Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Die Absperrungen sollen vermutlich den ganzen Dienstag über andauern.

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... und sicherten Spuren und Beweismittel am Tatort.  © Ulrich Perrey/dpa

Nach Schüssen in Stade: Friedrich Merz ist "erschüttert bis ins Mark"

Die Polizei bittet weiterhin um die Mithilfe der Bevölkerung. Das Hinweisportal ist geöffnet: Besonders Bild- und Videomaterial, welches im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen könnte, werde für die Ermittlungen benötigt.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) drückte am Montagabend sein Mitgefühl aus. "Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark", schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. Viele Menschen, "die helfen und schützen wollten", hätten ihr Leben verloren oder seien verletzt worden.

Erstmeldung um 7.37 Uhr, aktualisiert um 20.41 Uhr.

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