Versuchter Mord an Polizistin: Berüchtigtes Hochhaus umstellt, DNA-Proben gesammelt

Kiel - Großeinsatz in Kiel! Am Dienstagmorgen umstellten über 100 Einsatzkräfte ein berüchtigtes Hochhaus in der Landeshauptstadt und sammelten zahlreiche DNA-Proben. Hintergrund ist ein Steinwurf auf einen Streifenwagen.

Der Pflasterstein durchschlug die Frontscheibe und traf die Beamtin an der Hand und dem Sprunggelenk.  © Polizeidirektion Kiel

Seit 6 Uhr lief die Maßnahme in dem 25-stöckigen Hochhaus am Kurt-Schumacher-Platz. Über 250 gemeldete Bewohner durften ihre Wohnungen nicht verlassen.

"Unsere Einsatzkräfte befinden sich im Objekt und sind schon dabei, von Tür zu Tür zu gehen", so Polizeisprecherin Stephanie Lage am Morgen gegenüber TAG24.

Aus einer Wohnung des Gebäudes war in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni ein Pflasterstein auf einen Streifenwagen geworfen worden. Es handelte sich um ein rund 10x20 Zentimeter großes Bruchstück einer Gehwegplatte.

Mord Eigene Mutter (†76) angezündet: Sohn schweigt und wird in Psychiatrie eingewiesen

Der Stein durchschlug die Frontscheibe und traf eine 25-jährige Polizistin auf dem Beifahrersitz an der Hand und am Sprunggelenk. Die 25-Jährige ist nicht mehr dienstfähig.

Die Staatsanwaltschaft bewertete den Steinwurf als versuchtes Tötungsdelikt und lobte eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen.

In dem Hochhaus hielten die Bewohner allerdings dicht. Daher folgte jetzt eine DNA-Reihenuntersuchung.

Anzeige

Abgabe der DNA-Probe erfolgt freiwillig

Die Polizei hatte im betroffenen Gebäude im vergangenen Jahr 107 Einsätze.  © Bodo Marks/dpa

An dem Pflasterstein konnten die Ermittler DNA-Spuren sichern. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel ordnete das Amtsgericht den Massen-DNA-Test an.

Ziel der Beamten war, von allen in dem Gebäude wohnenden Personen, die zum Tatzeitpunkt das 14. Lebensjahr vollendet haben, eine Probe zu entnehmen.

Die DNA-Untersuchungen erfolgten auf freiwilliger Basis, so die Sprecherin gegenüber TAG24.

Mord Mordfall Fabian (†8): Welche Rolle spielten psychische Probleme bei der Angeklagten?

"Wir haben einen Beschluss vom Gericht. Der beinhaltet aber nur, dass wir das durchführen dürfen und später den Abgleich machen mit der DNA, die uns vorliegt. Aber die Abgabe selbst ist freiwillig. Die kann nicht mit Zwang durchgeführt werden", so Lage.

Mehr als 80 Prozent der im Hochhaus angetroffenen Personen willigten der DNA-Entnahme zu. Zudem sammelten die Ermittler zahlreiche Hinweise.

Erstmeldung um 7.25 Uhr, aktualisiert um 12.05 Uhr.

Mehr zum Thema Mord: