Yosef (†14) an Waldsee erstochen: Verdächtiges Kind 12 Jahre alt - Tat offenbar geplant!

Dormagen - Nachdem der 14-jährige Yosef aus Dormagen gewaltsam zu Tode gekommen ist, hat die Polizei inzwischen einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um ein Kind (12)!

Nach Auffinden des getöteten 14-Jährigen hatte die Polizei die Mordkommission "Waldsee" eingerichtet.  © Vincent Kempf

Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt, nachdem die Mordkommission "Waldsee" mehrere Tage intensiv ermittelt hatte.

Da der Verdächtige minderjährig sei sowie aus "Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes", gaben die Behörden keine weiteren Auskünfte zu seiner Person oder zu den konkreten Umständen der Tat heraus.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll es sich aber um einen zwölf Jahre alten Jungen mit deutscher Nationalität handeln, der die Tat offenbar geplant habe, wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach soll es zuvor zu Streitigkeiten zwischen den beiden Jungen gekommen sein. Der Zwölfjährige habe sich mutmaßlich gemobbt gefühlt.

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Für einen rassistischen oder rechtsextremen Hintergrund der Tat gab es keine Anhaltspunkte, hatte Staatsanwältin Janne Jakobek erst vor wenigen Tagen erklärt.

Der minderjährige Tatverdächtige befindet sich den Informationen zufolge in der Obhut des Jugendamtes. Er soll nach Angaben von Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (40, SPD) zuvor wohl nicht polizeilich auffällig geworden sein.

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Die Polizei hatte am Fundort des Leichnams umfangreiche Spuren gesammelt.  © Vincent Kempf

Nach gewaltsamen Tod von 14-Jährigem: Stadt Dormagen tief bestürzt

Der getötete 14-Jährige war an einem Dormagener Waldsee im Stadtteil Hackenbroich von einem Spaziergänger entdeckt worden.  © -/dpa

Der tote 14-Jährigen aus Eritrea war am 28. Januar an einem Waldsee an der Salm-Reifferscheidt-Allee im Ortsteil Hackenbroich in Dormagen von einem Spaziergänger gefunden worden. Nach übereinstimmenden Berichten von Reportern, die mit der Mutter des Jungen gesprochen hatten, wollte Yosef zuvor wohl "nur kurz zu seinem Schützenverein" gehen.

Bei der Obduktion des Leichnams wurden mehrere Stich- und Schnittverletzungen festgestellt, an denen der Schüler verstarb.

Die Stadt Dormagen hatte sich über den gewaltsamen Tod des Jugendlichen, der seit 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft lebte, zutiefst bestürzt gezeigt.

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Der 14-Jährige hatte die städtische Schule besucht und war nach Angaben der Stadt voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen. Laut Jakobek war der Junge "völlig unbescholten gewesen".

Unzählige Kerzen, Blumen und Stofftiere liegen an einer Gedenkstätte für den getöteten Yosef (†14) in der Nähe des Tatortes.  © Henning Kaiser/dpa

Dormagens Bürgermeister nennt Tod von Yosef "nachhaltig traumatisierend"

Erik Lierenfeld (40, SPD, r.), Bürgermeister von Dormagen, gab am Freitag ein Statement gegenüber den Medien ab.  © Federico Gambarini/dpa

Auch der Fußballverein, in dem der Teenager angemeldet war, hatte sich tief bestürzt gezeigt: "Yosef war ein äußerst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde", hieß es unter anderem auf der Website des Vereins.

Für den heutigen Freitag haben Stadt, Schule und Vereine in Abstimmung mit der Familie des Getöteten eine öffentliche Trauerfeier angesetzt, die um 13.30 Uhr auf dem Kunstrasensportplatz im Stadtteil Delhoven stattfindet. Die Beerdigung soll im Anschluss im Familienkreis stattfinden.

Bei einer Pressekonferenz an einem Sportplatz der Stadt erklärte Bürgermeister Lierenfeld, dass der Fall Yosef die Stadt wohl noch lange beschäftigen werde.

"Wir müssen davon ausgehen, dass unsere Stadt durch dieses Ereignis, durch diesen schlimmen Tod von Yosef, nachhaltig traumatisiert sein wird. Dass ein Minderjähriger mutmaßlich diese Tat begangen hat, ist etwas, das uns umso betroffener macht und was uns auch das Blut in den Adern gefrieren lässt", so das Stadt-Oberhaupt am Freitag.

Erstmeldung vom 6. Februar, 10.40 Uhr; zuletzt aktualisiert um 13.19 Uhr.

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