Erschreckende Bilanz: So viel Geld haben falsche Bankmitarbeiter und andere Betrüger dieses Jahr schon erbeutet

Zwickau/Vogtlandkreis - Eine kurze Nachricht oder ein Anruf, ein falscher Bank-Link - und schon steckt man mitten drin in einer Betrugsmasche. Die Täter schaffen es dabei immer wieder, Tausende Euro von ihren Opfern zu erbeuten. Die Polizei in der Region Zwickau/Vogtland zieht nun eine erste Bilanz für das Jahr 2026.

Die Polizei Zwickau hat eine erste Bilanz zu Betrugsfällen in Südwestsachsen gezogen. Die Täter erbeuteten fast 300.000 Euro.  © vladispas/123 RF

Wie die Polizei mitteilt, gab es seit Jahresbeginn in Südwestsachsen insgesamt 13 bekannt gewordene Trickbetrüger-Fälle. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Senioren.

Allein in den vergangenen zwei Wochen gab es fünf Fälle, bei denen sich die Täter am Telefon als Mitarbeiter der jeweiligen Hausbank ausgaben.

Wie ein Polizeisprecher schildert, gingen die mutmaßlichen Betrüger dabei auch noch besonders dreist vor: "In einigen Fällen wurde auf dem Display der Angerufenen sogar die Telefonnummer der eigenen Bankfiliale angezeigt. Dadurch erweckten die Betrüger gezielt Vertrauen und erhöhten den Druck auf ihre Opfer."

Polizeimeldungen Nach Clan-Attacke in Shishabar: Polizei ermittelt gegen 22 Mitglieder und verrät heftige Details

In den Telefonaten wurde den Opfern von verdächtigen Abbuchungen vom Konto berichtet. Den Betroffenen wurde ein dringender Handlungsbedarf vorgegaukelt. In den Gesprächen brachten die Täter die Angerufenen dazu, TANs herauszugeben oder ihnen sogar Zugriff auf den Computer zu erlauben.

Durch diese Maßnahmen konnten die angeblichen Bankmitarbeiter selbst Geld überweisen, meistens ins Ausland.

Anzeige

Täter erbeuten fast 300.000 Euro

Die Täter waren aber nicht nur als falsche Bankmitarbeiter unterwegs. Auch mit gefakten Anzeigen lockten Betrüger ihre Opfer an. So hatte ein Zwickauer seit August 2025 angenommen, er würde im Bereich der künstlichen Intelligenz investieren, und am Ende etwa 150.000 Euro verloren. Der Sachse überwies dabei über mehrere Monate immer wieder Geld an die Täter, in der Annahme, seine Anlage hätte schon einen großen Gewinn erwirtschaftet. Erst Anfang dieses Jahres flog der Schwindel auf, und der Mann ging zur Polizei.

Durch solche oder ähnliche Schwindeleien ist in den vergangenen drei Monaten ein erheblicher Schaden von insgesamt 280.000 Euro entstanden. In einigen Fällen hatten die Opfer Glück im Unglück. Ihre Banken konnten die Überweisungen rückgängig machen. Trotzdem bleibt am Ende ein riesiger finanzieller Schaden.

Mehr zum Thema Polizeimeldungen: