Bahn-Mitarbeiter stürzt nach Angriff bei Tempo 120 aus Regionalzug: Gericht hat Zweifel am Tathergang!

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Von Anika von Greve-Dierfeld, Marc Kalpidis, Björn Kirsch, Aleksandra Bakmaz

Karlsruhe - Nach dem gewalttätigen Angriff auf einen Bahnmitarbeiter (26), der aus einem fahrenden Regionalzug stürzte und lebensgefährlich verletzt wurde, gehen die Ermittlungen weiter. Der Beschuldigte wurde derweil wieder auf freien Fuß gesetzt!

Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn ist in stabilem, aber weiterhin kritischem Zustand. (Symbolfoto)
Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn ist in stabilem, aber weiterhin kritischem Zustand. (Symbolfoto)  © Jens Kalaene/dpa

Der 36-Jährige, der wegen Gewaltdelikten vorbestraft ist und sich auf Bewährung befand, war nach der Tat zunächst festgenommen worden.

Er soll mutmaßlich alkoholisiert gewesen sein. Das Amtsgericht Karlsruhe lehnte jedoch einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft wegen Körperverletzung ab.

Ein Überwachungsvideo der Bahn habe Zweifel am konkreten Tatablauf geweckt, teilte das Gericht mit. Welche Erkenntnisse sich daraus ergeben, ließ es offen. Zudem habe sich herausgestellt, dass der Beschuldigte einen festen Wohnsitz habe, familiär gebunden sei und einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe. Damit hätten weder ein dringender Tatverdacht noch Fluchtgefahr vorgelegen.

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Medienberichten zufolge erklärte die Staatsanwaltschaft, dass für die strafrechtliche Bewertung auch entscheidend sei, ob der Beschuldigte habe erkennen können, dass der Sicherheitsmitarbeiter durch die Tritte aus dem fahrenden Zug stürzen könnte. Zu der Entscheidung des Gerichts äußerte sich die Staatsanwaltschaft darüber hinaus nicht.

Warum sich die Tür der Bahn öffnete, ist bislang noch unklar.
Warum sich die Tür der Bahn öffnete, ist bislang noch unklar.  © Melanie Keul/EinsatzReport24/dpa

Sicherheitsmitarbeiter stürzte bei Tempo 120 aus fahrendem Zug

Der 26 Jahre alte Sicherheitsmitarbeiter war laut Staatsanwaltschaft mit einem weiteren Kollegen zu einer Ticketkontrolle am Freitagabend gerufen und von dem 36-Jährigen attackiert worden.

Nach Schlägen und Tritten stürzte er demnach aus dem mit rund 120 Kilometern pro Stunde fahrenden Regionalzug in Richtung Karlsruhe und erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Sein Zustand ist nach früheren Angaben stabil, aber weiterhin kritisch.

Unklar ist weiterhin, warum sich während des Gerangels die Zugtür öffnete. Ein technischer Sachverständiger soll klären, weshalb die Tür nachgab. Nach bisherigen Erkenntnissen war sie während der Auseinandersetzung möglicherweise beschädigt worden, ohne dass dies bemerkt wurde.

Erstmeldung vom 19. Juli, 12.31 Uhr, Update um 16.25 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Jens Kalaene/dpa, Melanie Keul/EinsatzReport24/dpa

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